Shopping-Endspurt

Handel freut sich über „Umdenken beim Christkind“

Wien
15.12.2025 11:00

Kaum Last-Minute-Käufe, volle Geschäfte, wachsende Abneigung gegen Online: Gerade das sehen Wiener Händler als Folge finanziell angespannter Zeiten, die zugleich auch entspannteres Einkaufsvergnügen bringen.

Von einer „Trendwende“ im Weihnachtsgeschäft spricht WKW-Handelsobfrau Margarete Gumprecht: Die Geschäfte sind gut mit Kunden gefüllt, und das zum Unterschied von früher relativ gleichmäßig über die Woche verteilt. Das helfe Händlern ebenso wie Kunden beim „entspannten Einkaufen“, auf das mehr Wert denn je gelegt werde. Sie beobachtet: „Die Kunden kaufen bewusster, wollen Beratung, die Dinge vor sich sehen und angreifen können.“ Gerade das sieht sie als Folge finanziell angespannter Zeiten.

Hat der Onlinehandel zu viele Fehler gemacht?
Dass die Menschen trotz der Teuerung Online-Angeboten zusehends den Rücken kehren, freut Gumprecht naturgemäß. Die virtuelle Konkurrenz habe wohl auch zu viele Fehler gemacht – von Waren minderwertiger Qualität bis hin zu ewigen Jagden nach nicht gelieferten Paketen, vermutet sie: „Das Christkind ist im Umdenken begriffen.“

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Heuer ist alles anders. Konsumenten kaufen gerade wegen der Teuerung viel bewusster, vor allem im stationären Handel.

WKW-Handelsobfrau Margarete Gumprecht

Beschenkte können sich demnach auf Geschenke freuen, über die sich das Christkind mehr Gedanken als früher gemacht hat: „Dass die Leute irgendwas kaufen, nur damit sie etwas haben, das gibt es nicht mehr.“ Auch die Zahl von Last-Minute-Käufern nehme ab, Gumprecht glaubt an entspanntes Einkaufen auch noch in der letzten Einkaufswoche vor dem Fest, „noch dazu, wo die Tage heuer günstig fallen“: In den letzten drei Tagen vor Weihnachten schlage die Stunde der Delikatessenhändler und „Genusseinkäufer“.

Causa Mascherl: „Der Nutzen ist eher indirekt“
Zum Symbol für den Weihnachtstrubel ist umgekehrt das rote Mascherl am Modehaus Popp & Kretschmer bei der Kärntner Straße geworden. Die Menschenaufläufe mit zum Teil gefährlichen Situationen rufen immer mehr Kritiker auf den Plan.

Menschenmassen wie vor dem „Mascherl“ in der Innenstadt geben ein trügerisches Bild. Abseits ...
Menschenmassen wie vor dem „Mascherl“ in der Innenstadt geben ein trügerisches Bild. Abseits davon verteilen sich Einkäufe viel besser auf den Advent als früher.(Bild: Eva Manhart)

Rainer Trefelik, Chef des Modeunternehmens, versteht die Aufregung nicht. Er spricht offen von einem internationalen Wettbewerb um Aufmerksamkeit, um „Social Media Hotspots“. „Es ist nicht so, dass die Massen jetzt in unser Geschäft strömen“, so Trefelik. Die meisten kämen für das Foto, nicht für den Einkauf. Der Nutzen sei „eher indirekt“ für die Stadt. Kritik wischt der Unternehmer nicht weg, relativiert sie aber. Lieber volle Straßen als leere, lautet die Devise.

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