„Langfristig, modern“

Trump wirbt für neues Atomabkommen mit Russland

Außenpolitik
05.02.2026 23:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Donnerstag ist der letzte Atomwaffenabrüstungsvertrag zwischen Russland und den USA ausgelaufen. Laut einem Bericht wollen die beiden Regierungen die bisher vereinbarten Regeln aber weiter befolgen. Chinas Führung, die Trump einbeziehen wollte, beteiligt sich derzeit nicht an den Verhandlungen über eigene Atomwaffen.

China verfüge über riesige und schnell wachsende Waffenvorräte, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Auch andere Länder wie Deutschland hatten eine Einbeziehung Chinas gefordert. „Chinas nukleare Fähigkeiten sind von ganz anderer Größenordnung als die der Vereinigten Staaten und Russlands“, meinte jedoch Außenamtssprecher Lin Jian in Peking. Deshalb wolle man sich auch nicht beteiligen.

Der bisherige Vertrag New Start war 2010 zwischen den USA und Russland geschlossen worden und lief am Donnerstag offiziell aus. Damit verpflichteten sich die beiden Länder, ihre stationierten und jederzeit einsatzbereiten strategischen Atomsprengköpfe jeweils auf maximal 1550 zu reduzieren. Zudem wollten beide Seiten ihre Trägerraketen und schweren Bomber auf höchstens 800 begrenzen. Die russische Seite setzte die Umsetzung 2023 aber aufgrund der US-Kriegsunterstützung für die Ukraine aus.

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Wir sehen das negativ und bedauern es. Was als Nächstes geschieht, hängt davon ab, wie sich die Ereignisse entwickeln.

Kremlsprecher Dmitri Peskow über das Auslaufen des Vertrags

Tatsächlicher Bestand höher
Man wolle aber weiterhin einen verantwortungsvollen Ansatz verfolgen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Tatsächlich sind sowohl die Atomwaffenlager der USA als auch von Russland weitaus größer als die festgelegten 1550. Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SPRI) haben die USA inklusive Lagerbeständen insgesamt rund 3700 nukleare Sprengköpfe zur Verfügung, Russland mehr als 4300. China hat schätzungsweise mindestens 550 strategische Atomwaffen-Trägerraketen.

Das Auslaufen des Vertrags sei „negativ“, kommentierte der Kreml am Donnerstag zunächst noch. Man werde sich in erster Linie von nationalen Interessen leiten lassen. Etwas später gab US-Präsident Donald Trump bekannt, dass Fachleute an einem verbesserten und moderneren Vertrag arbeiten sollen, der lange in die Zukunft reichen könne. Ob daran auch andere Staaten als Russland und die USA beteiligt sein sollen, sagte er nicht. Man werde mit den Russinnen und Russen weiter diskutieren, hielt seine Sprecherin Karoline Leavitt fest.

Die NATO sprach von „strategischer Einschüchterung Russlands“ und kritisierte den Ausbau des Atomwaffenarsenals von China. Bisher waren Atomwaffen ein einziges Mal in einem Krieg eingesetzt worden – und zwar im August 1945. Damals hatte das US-Militär zwei Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Mehr als 200.000 Menschen kamen ums Leben, viele starben an den Folgen der Strahlenbelastung.

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