Wer an Schmuck denkt, dem fallen Namen wie Tiffany‘s oder Cartier ein. Doch der Platzhirsch am Glitzermarkt kommt tatsächlich aus Dänemark und heißt Pandora. Und dem setzt der steigende Silberpreis so empfindlich zu, dass man nun verstärkt auf ein anderes Edelmetall setzt.
Der Siegeszug von Pandora, gegründet in Kopenhagen 1982 vom Goldschmied Per Enevoldsen und seine Frau Winnie, begann im Jahr 2000 mit einem, wie man früher sagte, „Bettelarmband“. Das „Charm-Armband“ mit unzähligen Anhängern, eben den „Charms“, lässt sich unendlich kombinieren und erweitern und die Sammelleidenschaft führte dazu, dass Pandora heute gemessen am Produktionsvolumen der größte Schmuckhersteller der Welt ist.
Platin statt Silber
Das macht die dänische Firma aber auch zum größten Einkäufer von Silber, berichtet die „New York Times“. Der Höhenflug des Preises für das Edelmetall zwingt Pandora nun zu einer strategischen Neuausrichtung. Um die Abhängigkeit von Silber zu verringern, führt der Konzern eine neue Produktlinie mit Platinbeschichtung ein. „Wir müssen die Leistung des Unternehmens und den Aktienwert vom Rohstoff abkoppeln“, sagte die neue Vorstandschefin Berta de Pablos-Barbier am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
„Wir sind eine Schmuckmarke, wir sind kein Silberhändler“, sagte de Pablos-Barbier weiter. Langfristig plant der Weltmarktführer, sein Portfolio umzubauen. Der Anteil von Silberschmuck soll von derzeit fast 60 Prozent auf etwa 20 Prozent sinken. Bereits im Jahr 2027 will Pandora mindestens die Hälfte des relevanten Silbersortiments auf die platinbeschichtete Variante umstellen. Diese Produkte basieren auf einer speziellen Metalllegierung und sind in der Herstellung kostengünstiger, behalten für die Kunden aber den Reiz eines Edelmetalls. Platin selbst ist zwar teurer als Silber, wird hier aber nur als Beschichtung verwendet.
USA bleiben der wichtigste Markt
Geschäftlich steht Pandora vor Herausforderungen. Zwar legte der organische Umsatz im vierten Quartal um vier Prozent zu und traf damit die Erwartungen. Für das laufende Jahr warnte das Management jedoch, dass die Erlöse im besten Fall um zwei Prozent wachsen, im schlimmsten Fall aber um ein Prozent schrumpfen könnten. De Pablos-Barbier verwies auf eine anhaltende Kaufzurückhaltung im wichtigsten Markt USA. Weder die Kundenfrequenz in den Läden noch die Stimmung der Verbraucher hätten sich dort bisher gebessert.
Silberpreis-Achterbahnfahrt lässt Pandora-Aktie schwanken
Der Silberpreis hatte zuletzt eine historische Achterbahnfahrt erlebt, was auch die Pandora-Aktie stark schwanken ließ. Spekulationen trieben den Preis für das Edelmetall in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von gut 121 Dollar (101,52 Euro), bevor er nur einen Tag später um mehr als ein Viertel einbrach. Am Donnerstag notierte die Feinunze bei rund 75 Dollar. An der Börse kamen die Pläne für die neue Strategie gut an: Die Pandora-Aktie legte um fünf Prozent zu.
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