Im Biosphärenpark Großes Walsertal gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Wandertouren und Spaziergänge. Entlang der Lutz führt ein besonders idyllischer Weg in Richtung des historischen Bad Rothenbrunnen.
Für die heutige Tour geht es ins Große Walsertal, genauer gesagt nach Buchboden, einem Ortsteil der Gemeinde Sonntag auf rund 900 Metern Seehöhe. Die kleine Streusiedlung wurde in früheren Zeiten, wegen des dort zahlreich vorkommenden Raubwilds (Bär, Luchs, Geier etc.) „Geiersboden“ genannt. Die ganzjährige Besiedelung wird mit der Errichtung der Kapelle angenommen. Bereits zuvor wurde das Gebiet als Maisäß sowie als Alpe genutzt. Überliefert ist zudem, dass im Jahr 1726 die Kirche, der Pfarrhof sowie ein Wohnhaus wegen der Unachtsamkeit eines Betrunkenen abgebrannt sind. Die drei Glocken schmolzen dabei. Kurz darauf erfolgte der Neubau der Pfarrkirche Buchboden. Heute befindet sich in der Nähe des Sakralbaus ein kleiner Parkplatz (gebührenpflichtig), der ein idealer Ausgangspunkt für verschiedenste Wandertouren ist.
Typ: Winterspaziergang
Dauer: eineinhalb bis zwei Stunden
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Buchboden, Großes Walsertal
Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, bei Bedarf Wanderstöcke, dem Wetter angepasste Kleidung
öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 570 ab Busplatz Thüringen bis Abzweigung Buchboden
Vorsicht vor Glatteis
Solange noch keine geschlossene Schneedecke liegt, lassen sich hier schöne, ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Etwas Vorsicht ist allerdings geboten, da der Weg stellenweise vereist sein kann. Vom Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Kirche folgt man der Beschilderung in Richtung „Bad Rothenbrunnen“. Dafür geht es entlang der einspurigen Straße bergab zum Verlauf der Lutz. Die erste urkundliche Erwähnung von Bad Rothenbrunnen als Heilbad ist aus dem Jahr 1460 überliefert. Der genaue Beginn der Nutzung ist unbekannt, wird aber auf eine Marienerscheinung zurückgeführt. Dieser zufolge verletzte sich ein Hirte am Fuß, als er während eines Gewitters im unwegsamen Gelände ausrutschte. In seiner Not begann er zu beten und da erschien die Muttergottes und riet ihm, seinen Fuß in jener Quelle zu baden, die aus dem roten Gestein sprudelt. Der Hirte tat, was ihm die Erscheinung geraten hatte und schon nach kurzer Zeit war er geheilt und konnte zu seiner Herde zurückkehren.
Eine einzigartige Heilquelle
Bei den ursprünglich sieben Heilquellen handelte es sich um kalte eisenhaltige Quellen (Stahlbad), die gesammelt wurden. Besonders bemerkenswert am Heilwasser ist der hohe Anteil an schwefelsaurem Kalk und die große Menge an festen Rückständen – eine Zusammensetzung, die sich bei keiner anderen untersuchten Heilquelle in Vorarlberg findet. Das Wasser entspringt oberhalb des Bad Rothenbrunnen am Ufer des Matonabachs. In den Sommermonaten zieht das gleichnamige Gast- und Seminarhaus zahlreiche Ausflügler an. Während der kalten Jahreszeit befindet sich Bad Rothenbrunnen im Winterschlaf. Daher geht es nach Überquerung der Lutz weiter in Richtung Kessana-Schlucht. Am Talboden halten sich die Schatten lange, daher ist der Untergrund trotz der derzeit milden Temperaturen immer noch eis- und schneeverkrustet.
Der Forstweg verläuft parallel zur rauschenden Lutz. Dabei kommt man am Naturdenkmal Kessi-Schlucht vorbei, wo sich das Wasser über Jahrtausende tief in den Fels gegraben hat. Folgt man dem Weg weiter, dann erreicht man schließlich die sogenannte Gurgenbrücke. An deren Stelle führte früher ein Steg über die Lutz, der in erster Linie für den Viehtrieb auf die Alpe Iskarnei genutzt wurde. Die Brücke hat ihren Namen vom angrenzenden Gurgen-Maisäß, welcher sich wiederum auf die Schlucht bezieht (Gurga ist ein Dialektwort für Gurgel = Schlucht). Wer möchte, kann noch ein Stück weiter gehen, ansonsten ist die Brücke der Wendepunkt. Retour nach Buchboden bietet sich die Möglichkeit, einen Alternativweg zu wählen: Dieser führt bei der ersten Lutz-Brücke ein Stück bergan durch den Wald und mündet danach in einer Forststraße. Dieser folgt man und quert schließlich wieder den Wildbach. Danach ist es noch zirka eine Viertelstunde Fußweg bis zum Ausgangspunkt bei der Kirche in Buchboden.
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