Wilde Drohungen

Putin: „Wir sind bereit, wenn Europa Krieg will!“

Außenpolitik
02.12.2025 22:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wladimir Putin hat die Bühne vor dem Treffen mit Trump-Berater Steve Witkoff in Moskau dazu genutzt, eine düstere Drohung Richtung Europa auszustoßen. Der Westen hätte seiner Meinung nach „keine friedliche Agenda“. Russland sei schon heute für einen Krieg „bereit“ ...

„Wir werden nicht gegen Europa kämpfen. Das habe ich schon hundertmal gesagt. Aber wenn Europa einen Krieg will und ihn beginnt, sind wir jetzt bereit“, erklärte der russische Diktator am Dienstag vor Reportern in Moskau. 

Putin erteilt Friedensplan Absage
Sollte es zu einem militärischen Konflikt kommen, hätte der Kreml schon bald keine Verhandlungspartner mehr, spottete der Machthaber. In der Ukraine würden sich seine Truppen zurückhalten, „chirurgisch“ vorgehen. An der Ablehnung des überarbeiteten Friedensplans ließ er zudem keinen Zweifel aufkommen. Europa würde Moskaus „Friedensbemühungen“ im Krieg um die Ukraine torpedieren, ihre Forderungen seien für Russland inakzeptabel, beschwerte sich Putin – ohne Details über aktuelle Zankäpfel zu nennen.

Europa wäre am Verhandlungstisch erst willkommen, wenn die „Realitäten auf dem Schlachtfeld“ anerkannt werden, zitierte die Agentur Interfax den Kremlchef vor dem Treffen mit Steve Witkoff. Die EU hat mit Blick auf den Plan von Trump mehrfach deutlich gemacht, dass sie eine gewaltsame Verschiebung von Grenzen in Europa nicht akzeptieren werde und auch nur die Ukraine über ihre Gebiete entscheiden könne. Putin verlangt für einen Frieden unter anderem, dass die Ukraine den Donbass kampflos aufgibt. Das lehnt Kiew kategorisch ab.

Die europäischen Verbündeten von Kiew hatten die US-Regierung zuletzt überzeugt, mehrere Punkte im ursprünglichen US-Friedensplan abzuschwächen, die als russlandfreundlich und als Diktatfrieden kritisiert worden waren. Witkoff, dem Sondergesandten von US-Präsident Trump, wurde dabei vorgeworfen, Punkte von Putins Gesandten einfach übernommen zu haben. Veröffentlichte Telefongespräche setzten ihn zusätzlich unter Druck.

Verhandlungen dauerte mehrere Stunden
Am Dienstagnachmittag traf der „Amateur-Diplomat“ gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner erneut auf Putin, um den überarbeiteten Plan mit dem Diktator zu verhandeln. Dessen genauer Inhalt ist öffentlich nicht bekannt. Das Gespräch im Kreml dauerte etwa fünf Stunden. Nach einer öffentlichen Begrüßung fand ein Großteil des Gesprächs hinter verschlossenen Türen statt. Details sind nicht bekannt.

Trumps Regierung zeigte sich im Vorfeld „sehr optimistisch“. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte am Montag, Trump und sein Team hätten viel Arbeit in die Vermittlungsbemühungen gesteckt „und sie wollen alle wirklich, dass dieser Krieg zu Ende geht“.

Putin verteidigt US-Unterhändler
US-Präsident Trump stellte sich nach der Kritik hinter Witkoff. Ironischerweise nahm auch Putin den US-Unterhändler in Schutz. „Er ist ein amerikanischer Bürger und verteidigt die Position seines Präsidenten und seines Landes“, sagte der Kremlchef.

Witkoff hat in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Ziel war es, auf ein Ende des seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine hinzuwirken. Dafür war er mehrfach in Russland und sprach mit Putin. Nach einem Treffen im März sagte er über Putin, der den Angriffskrieg auf die Ukraine 2022 befohlen hatte, dass er diesen nicht für einen „schlechten Kerl“ halte.

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