US-Präsident Donald Trump will mit seinem Friedensplan den Krieg in der Ukraine beenden. Das dürfte aber wohl nicht sein Hauptziel sein: Bei den Verhandlungen zu dem Plan sollen potenziell milliardenschwere Deals besprochen worden sein – zum Nachteil von Europa.
Trump hat der Ukraine vor kurzem einen Friedensplan vorgelegt. Doch dieser 28-Punkte-Plan ziele weniger auf eine Lösung des Konflikts ab, im Mittelpunkt sollen stattdessen potenziell milliardenschwere Wirtschaftsdeals zwischen den USA und Russland stehen, wie das „Wall Street Journal“ berichtet.
Monatelang sollen Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Russlands Staatsfondschef Kirill Dmitrijew an dem Plan gearbeitet haben. Ihre Idee: Den Russen wirtschaftlichen Aufwind geben, indem sie mit US-Unternehmen Geschäfte machen. Das hätte zwei Vorteile für die USA. Einerseits würden sie von den Gewinnen profitieren, andererseits könnten sie so aber auch die europäischen Konkurrenten ausstechen.
US-Unternehmen bringen sich in Position
Dieser Plan soll schon konkrete Formen annehmen. Trump-Vertraute und Investoren seien dem Medienbericht zufolge schon mit Vorbereitungen für Projekte beschäftigt, so plane man etwa amerikanisch-russische Raumfahrtmissionen mit der Firma von Elon Musk, SpaceX.
US-Unternehmen bringen sich außerdem schon in Position, um schnell in russische Projekte einsteigen zu können, sobald der Krieg vorbei ist. Offenbar streben US-Unternehmen etwa an, bei Pipelines wie Nordstream 2 mitzumischen. Auch Europa spielt eine Rolle: Aktuell werden etwa rund 200 Milliarden Euro russisches Vermögen in Europa gelagert. Darauf sollen US-Unternehmen laut dem 28-Punkte-Plan bevorzugten Zugriff haben.
Putin redete mit
Auf Anordnung von Kreml-Chef Wladimir Putin höchstperönlich soll Dmitrijew einen Katalog an möglichen Milliardenprojekten ausgearbeitet haben. Dmitrijew soll auch die Entwürfe des Plans vorgelegt haben. Das würde erklären, wieso der Plan offenbar aus dem Russischen ins Englische übersetzt wurde. In mehreren Treffen wurden die Pläne offenbar immer wieder nachgebessert.
Dabei ließen Wittkoff und seine Mitverhandler die US-Geheimdienste absichtlich im Dunkeln über viele Details. Traditionelle Diplomaten wurden ins Abseits gedrängt. Gegenüber dem „Wall Street Journal“ erklärte Wittkoff, Russland habe „immense Ressourcen und riesige Landflächen.“ Er hoffe, dass Russland, die Ukraine und die USA Geschäftspartner werden.
Trump schließt Europa aus
Der Plan hat auch ganz direkte Auswirkungen auf Europa, berücksichtigt die europäischen Interessen aber nicht. Trump will offenbar, dass Europa nicht mitredet, denn er hat die Europäer in den Friedensplan nicht miteinbezogen.

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