Steirerin starb

Schlafmittel: Autofahrer fuhr Radler-Paar nieder

Steiermark
04.03.2026 16:57

Prozess um grob fahrlässige Tötung in Graz: Ein Bosnier (41) nahm vor seiner Autofahrt mehrere Tabletten ein und rammte ein Ehepaar auf Rennrädern – „Ich dachte, die wirken nicht so schnell“. Die 63-jährige Steirerin starb nach dem Unfall im Spital.

Eine Ausfahrt mit dem Rennrad im Juli letzten Jahres nahm für ein steirisches Ehepaar ein tragisches Ende. In Werndorf, südlich von Graz, fuhr ein Autolenker die 63-Jährige und ihren Gatten (68) von hinten ungebremst nieder. Die Radfahrer wurden von den Einsatzkräften schwer verletzt und 30 Meter voneinander entfernt liegend in einer Wiese gefunden. Die 63-Jährige hat noch einige Tage um ihr Leben gekämpft, verstarb aber nach einer Woche im Spital.

Schlaftabletten unter der Fußmatte
Am Mittwoch musste sich der Unfalllenker am Grazer Straflandesgericht für seine Wahnsinnsfahrt verantworten. Die Polizei hatte den in der Steiermark lebenden Bosnier nach dem Unfall im Auto vorgefunden, er habe einen „massiv schläfrigen Eindruck“ gemacht. Unter der Fußmatte wurden Schlaftabletten gefunden.

„Es gibt nichts zu beschönigen“, sagt sein Verteidiger eingangs und auch der Angeklagte gibt unumwunden zu: „schuldig“. Wie ist es dazu gekommen?

Weil sein Sohn krank gewesen sei, habe er selbst nächtelang quasi nicht geschlafen, erklärt der Angeklagte. Also ließ er sich Beruhigungs- und Schlaftabletten verschreiben. Diese nahm er allerdings gleich bei der Apotheke ein und fuhr nach Hause – mit einem Zwischenstopp zum Einkaufen. „Ich dachte, die wirken nicht so schnell“, erklärt der 41-Jährige.

„Dachte, ich habe nur schlecht geträumt“
An den Unfall selbst habe er keine Erinnerungen, „bis auf einen Knall“. Als er später zu Hause aufwachte (sein Vater hatte ihn bei der Polizei abgeholt), habe er gedacht, er habe nur schlecht geträumt. „Dann habe ich das beschädigte Auto gesehen und gewusst, dass das wirklich passiert ist“, schildert der Mann und kämpft mit den Tränen.

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Wenn man Schlaftabletten nimmt, sagt einem doch schon alleine der Hausverstand, dass man nicht mehr Autofahren sollte.

Richterin Kornelia Philipp zum Angeklagten

Ein Zeuge, der hinter dem Bosnier gefahren war, hatte schon zuvor beobachtet, dass der Angeklagte in Schlangenlinien gefahren war und bereits mehrmals fast mit entgegenkommenden Fahrzeugen kollidiert wäre. Durch Hupen wollte er die Wahnsinnsfahrt stoppen – kassierte dafür aber nur einen ausgestreckten Mittelfinger.

„Ich habe ein Menschenleben auf dem Gewissen, es tut mir unfassbar leid“, sind die letzten Worte des Angeklagten. Er fasst ein Jahr Haft aus, davon vier Monate unbedingt (nicht rechtskräftig). 

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