In nächtlicher Aktion

Surfer bringen Eisbachwelle zurück – aber nur kurz

Ausland
10.11.2025 12:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für wenige Stunden war sie zurück: Die legendäre Eisbachwelle mitten im Englischen Garten, verschwunden seit der Bachauskehr im Oktober, wurde in einer geheimen Nachtaktion von Surfern wieder zum Leben erweckt. Doch das Comeback war nur von kurzer Dauer – die Stadt München steht weiterhin vor einem Rätsel.

Nach der sogenannten Bachauskehr Ende Oktober, bei der Schlamm, Bodensatz und Müll aus dem Bachbett entfernt wurden, verschwand die weltberühmte Eisbachwelle. Die Stadt München hat seither mehrere Maßnahmen geprüft, darunter Pegeländerungen und Abflusskontrollen, bisher jedoch ohne dauerhaften Erfolg.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) betonte, dass die Wiederherstellung der Welle „höchste Priorität“ habe. Spezialisten der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg wurden eingeschaltet, um den Strömungsverlauf und den Untergrund zu analysieren.

Surfer starteten „Nacht-und-Nebel-Aktion“
In der Nacht zum vergangenen Samstag griffen offenbar einige Surfer selbst ein. Instagram-Videos des Surfclub München zeigen, wie eine selbst getischlerte Holzkonstruktion ins Bachbett gelegt wurde, wodurch die Strömung so geleitet wurde, dass wieder eine stehende Welle entstand. Auf einem der Videos ist ein Surfer in schwarzem Neopren und mit Stirnlampe zu sehen, der die Welle reitet, während im Hintergrund Jubelschreie ertönen.

Laut einem Mitglied des Surfclubs handelte es sich um eine „Nacht-und-Nebel-Aktion“, da die lokale Surf-Community seit Jahrzehnten Erfahrung am Eisbach habe und sich über die Nichteinbindung der Stadt ärgerte. Das kurze Comeback währte nicht lange: Die Holzkonstruktion wurde offenbar von den Sportlern selbst wieder entfernt, und der Eisbach fließt aktuell wieder ruhig.

Nächtliches Surfen weiter verboten
Das nächtliche Surfen bleibt weiterhin verboten – ein tragischer Unfall im April, bei dem eine 33-jährige Surferin ums Leben kam, hatte bereits zu einer monatelangen Sperre geführt. Die Ursache für das plötzliche Verschwinden der Welle bleibt unklar; Experten vermuten, dass größere Mengen Kies aus dem Bachbett entfernt worden sein könnten, wodurch die für die stehende Welle notwendige Strömung unterbrochen wurde.

Die Reaktionen in den sozialen Medien sind geteilt: Während viele die Aktion loben und die Rückkehr der Welle feiern, warnen andere vor den Risiken und weisen auf das bestehende Surfverbot hin. Für die Münchner Surferszene bleibt die Situation frustrierend – die E2-Welle stromabwärts ist ebenfalls nur eingeschränkt nutzbar, und die Stadt verhandelt über mögliche Verbesserungen der Zugänge und eine legale Nutzung.

Wirkliches Happy End braucht noch Zeit
Wie es nun dauerhaft mit der Eisbachwelle weitergeht, ist unklar. Die Stadt will die Pegel und den Wasserzufluss prüfen, eventuell Kies ins Bachbett zurückführen und weitere Maßnahmen ergreifen, um die Welle wieder stabil aufzubauen. Die Surfer müssen sich weiterhin in Geduld üben – ein Happy End für Münchens berühmteste Welle bleibt möglich, doch die Lösung wird Zeit brauchen.

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