Die Wahrscheinlichkeit von 1 zu 500.000 traf zu! Dank einer Hilfsaktion zweier Maturantinnen in Güssing konnte für einen Leukämie-Patienten eine Stammzellenspenderin (21) aus Loipersdorf gefunden werden.
Jeden Tag erkranken vier Menschen in Österreich an Leukämie. Früher war diese Diagnose oft ein Todesurteil, heute haben Patienten mit bösartigen Blutkrankheiten dank Stammzellenspenden eine reelle Chance auf Heilung. „Stammzellen sind für die Bildung etwa von weißen und roten Blutkörperchen verantwortlich, sie dienen als körpereigenes Reservoir für die Gewebereparatur“, erklärt ein Facharzt.
„Wollen Hoffnung schenken“
Couragierter Einsatz kann Leben retten! Mit positivem Beispiel gingen die Maturantinnen Lara Kobald und Alina Wiesner von der HLW Ecole Güssing voran. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit organisierten die zwei eine Typisierungsaktion, sozusagen als Praxisteil ihres wohldurchdachten Schulabschlusses. Unterstützt von der Organisation „Geben für Leben“, wurden professionell Wangenabstriche in Serie durchgeführt, um potenzielle Spender registrieren zu können.
„Wir wollen Hoffnung schenken“, betonten die hoch motivierten Helferinnen. Der medizinische Grundstein war vor fast einem Jahr gelegt worden, über allem stand der Glaube an das Gute.
Teilnehmerin aus Loipersdorf
Der seltene Fall, mit dem niemand sicher gerechnet hat, traf ein: Eine Teilnehmerin der Typisierung der Ecole Güssing, Viviana Glatz (21) aus Loipersdorf, wurde als genetischer Zwilling eines schwerkranken Mannes aus Frankreich identifiziert. Diese freudige Botschaft versetzte die ganze Schule ins Staunen: „Die Wahrscheinlichkeit für so einen Treffer liegt bei unglaublichen 1 zu 500.000.“ Noch im September spendete Viviana Glatz im LKH Graz ihre Stammzellen. Nach fünf Stunden war der Eingriff abgeschlossen.
„Es geht um Menschenleben“
„Ich habe das gerne gemacht. Es geht schließlich um Menschenleben“, betonte die 21-jährige Burgenländerin bei der Urkundenübergabe in der Schule in aller Bescheidenheit. Begeistert waren Lara Kobald und Alina Wiesner: „Dass dank unserer Initiative ein Leben gerettet werden konnte, erfüllt uns mit großem Stolz.“
„Dieses Projekt zeigt, wie engagierte Schülerinnen durch ihr Verantwortungsbewusstsein einen beeindruckenden Beitrag leisten können“, lobten Direktorin Karin Schneemann und Klassenvorständin Madeleine Klepeisz sowie Barbara Pelzmann und Kurt Posch von „Geben für Leben“.
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