Das angespannte Budget lässt eine Gemeinde im Burgenland eine unpopuläre Maßnahme ergreifen: Alle müssen für den Kanal nachzahlen. Das kann Hunderte Euro ausmachen – bei einem Haus mit mehr als 150 Quadratmetern Wohnfläche gar um die tausend Euro.
Gehörig zur Kasse gebeten werden 2026 die Bewohner in Winden am See. Diese Woche wurde in der Gemeinderatssitzung der Voranschlag für das neue Budget mehrheitlich verabschiedet. Wie ÖVP-Gemeindevorständin Lisa Reuter informiert, steht Erträgen von rund 3,1 Millionen Euro ein Aufwand von rund 3,5 Millionen Euro gegenüber. Die Auflösung von Rücklagen brachte einen Ausgleich mit Plus von 52.300 Euro.
Sechs Euro pro Quadratmeter Wohnfläche
Der Gemeinderat beschloss, einmalig einen Kanalanschluss-Nachtragsbeitrag von brutto sechs Euro pro Quadratmeter Wohnfläche einzuheben. Das gilt für alle Häuser mit Kanalanschluss und ist durch Landesrecht gedeckt.
Die Nachzahlung beträgt etwa bei einer Wohnung von 80 Quadratmetern rund 480 Euro, bei einem Haus mit rund 150 Quadratmetern satte 900 Euro. Für alle neuen Bauten gilt künftig eine Kanalanschlussgebühr von 12,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, bisher 7,50 Euro.
Mit geringerer Gebühr keine Deckung erzielt
Bürgermeister Erwin Preiner (SPÖ) erklärt, dass die Landesregierung darüber informiert habe, wegen zu geringer Ertragszuteilungen an Kommunen Gebühren in der tatsächlich entsprechenden Höhe einzuheben: „2025 haben wir mit geringeren Gebühren nur eine Deckung von 78 Prozent beim Kanal gehabt.“ Für 2026 erwartet er sich durch die Maßnahme 400.000 Euro zusätzlich.
ÖVP: „Bürgermeister dürfte vieles übersehen haben“
Die ÖVP enthielt sich der Stimmen beim Budget – „weil sicher ein Nachtrag nötig sein wird“, sagt Mandatarin Lisa Reuter. „Der Herr Bürgermeister, der immerhin seit 1997 im Amt ist, dürfte vieles übersehen haben.“ Sie kritisiert überdies mangelnde Information für die Bevölkerung und vermisst Infos über Stundungspläne. Vielen Bewohnern dürfte demnach auch nicht bekannt sein, dass die Gemeinde sich eine Million Euro in drei Tranchen bis 2028 holen wolle. „Insgesamt ergibt das derzeitige Zahlenwerk keinen Sinn. 2026 ist ein Plus geplant, aber so wie es ausschaut, machen wir 2027 wieder Miese.“
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