Ärzte spielen Joker

Impfung in der Apotheke? Nur unter einer Bedingung

Innenpolitik
10.10.2025 16:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die österreichische Ärztekammer setzt die Regierung unter Druck: Sie verlangt eine grundlegende Neuregelung der Bedingungen für Hausapotheken bei niedergelassenen Ärzten. Der Haken dabei: Im Gegenzug zeigt sich die Kammer überraschend offen für ein umstrittenes Thema – das Impfen in Apotheken. Doch diese Bereitschaft hat ihren Preis.

Bei einer Pressekonferenz am Freitag machte Silvester Hutgrabner, Leiter des Ärztekammer-Referats Hausapotheken und Medikamentenangelegenheiten, deutlich, worum es geht: Hausapotheken sind ein wichtiger Anreiz, um Kassenarztstellen im ländlichen Raum zu besetzen. „Es ist nicht der alleinseligmachende Faktor, aber kein unwesentlicher“, erklärte Hutgrabner.

Doch aktuell seien die gesetzlichen Voraussetzungen zu restriktiv. Das Apothekengesetz schreibt vor, dass ärztliche Hausapotheken im Umkreis von vier Straßenkilometern einer öffentlichen Apotheke nicht bewilligt werden dürfen. Zwischen vier und sechs Kilometern ist dies nur für Nachfolgepraxen erlaubt.

Dramatischer Rückgang der Hausapotheken
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit Ende der 1990er Jahre ist die Anzahl der Hausapotheken von 1100 auf 800 gesunken, während die Zahl der öffentlichen Apotheken im gleichen Zeitraum von 1000 auf rund 1450 angewachsen ist. Mittlerweile gibt es bereits erste Fälle, in denen Gemeinden mit zwei Kassenstellen keine Ärzte finden – dafür aber eine öffentliche Apotheke haben.

Offenheit für das Impfen in Apotheken
Hutgrabner appellierte an die Politik: „Wir wollen endlich ins Gespräch kommen, um zu einer Apothekengesetznovelle zu kommen, die auch die Hausärzte berücksichtigt.“ Dabei signalisierte die Ärztekammer Bewegung beim heiklen Thema Impfen in Apotheken. „Kategorisch dagegen sein bringt nix“, sagte Hutgrabner. Sollten Apotheken alle rechtlichen und hygienischen Voraussetzungen erfüllen, würde er das Impfen in Apotheken nicht ablehnen.

Gegenleistung gefordert
Allerdings mit einer Bedingung: Edgar Wutscher, Vizepräsident der Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, machte klar, dass im Gegenzug über das Dispensierrecht verhandelt werden müsse – also das Recht der Ärzte, Medikamente abgeben zu dürfen. Der Großteil der Kurie sei offen für Gespräche zum Thema Impfen, so Wutscher, verlange aber ebendiese Gegenleistung.

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