Hit gegen die Rangers

Ist der Liebenauer „Acker“ ein Vorteil für Sturm?

Steiermark
01.10.2025 20:00

Nach anderthalb Jahren sieht Liebenau morgen Abend (21) wieder eine Europacup-Nacht. Auf die Glasgow Rangers wartet beim ersten Heimspiel in der Europa League von Sturm ein Hexenkessel.  Der schottische Traditionsklub kriselt, aber Jürgen Säumel und seine Mannen wissen: Da kommt ein Schwergewicht auf uns zu!  

Vier TV-Kameras nahmen Jürgen Säumel und Emir Karic am Podium ins Visier, ein Dutzend schottischer Medienvertreter sorgte für reges Treiben im Konferenzraum des Liebenauer Stadions, wo die Aufbauarbeiten für das morgige Heimspiel gegen die Glasgow Rangers voll im Gang waren. Erstmals seit dem 7. März des Vorjahres herrscht in der Merkur Arena wieder Europacup-Atmosphäre.

Nach der Start-Niederlage gegen Midtjylland will Trainer Jürgen Säumel mit Sturm die ersten ...
Nach der Start-Niederlage gegen Midtjylland will Trainer Jürgen Säumel mit Sturm die ersten Punkte einfahren.(Bild: Sepp Pail)

Nur der ramponierte Rasen wird dem internationalen Flair nicht gerecht. Er wird in der kommenden Länderspielpause, sprich ab nächster Woche, ausgetauscht. Sky-Austria-Anchorman Martin Konrad sieht darin sogar einen Vorteil für Sturm: „Weil die Rangers Fußball spielen wollen.“

Auch wenn die Schotten in der Liga als Achter angeschlagen in den Seilen hängen, weiß Jürgen Säumel, welches Schwergewicht in Liebenau antanzt: „Es ist eine Mannschaft mit sehr hoher individueller Qualität, viel Ballbesitz, sehr viel Intensität und Robustheit. Sie haben Spieler in den Reihen, die insgesamt auf 250 Einsätze in der Premier League kommen“, sagt der Sturm-Trainer.

20 Länderspiele bestritt Jürgen Säumel, seine Premiere im ÖFB-Trikot feierte er in Graz gegen ...
20 Länderspiele bestritt Jürgen Säumel, seine Premiere im ÖFB-Trikot feierte er in Graz gegen Schottland am 17. August 2005.(Bild: GEPA)

Finanziell spielen die Gäste sowieso in einer anderen Liga: „Es hat bei den Rangers ein Umbruch stattgefunden, es sind sehr viele neue Spieler um insgesamt knapp 60 Millionen Euro gekommen. Dazu ist der Trainer neu. Das braucht alles eine gewisse Zeit.“

„Davon träumt man als Kind“
Im Gegensatz zu den kriselnden Schottenröcken geht Sturm nach dem Last-minute-Sieg gegen Hartberg mit viel Selbstvertrauen in den Hit. „Ich glaube, dass die Energie und Mentalität, welche die Mannschaft nicht nur in diesem Spiel gezeigt hat, sehr gut ist. Bis zum Schluss hat sie an den Sieg geglaubt“, so Säumel, der mit dem schottischen Fußball bislang kaum Berührungspunkte hatte.

„Ich habe gegen Schottland mein erstes Länderspiel bestritten. Es war noch dazu in Graz und ich bin beim Stand von 0:2 eingewechselt worden. Wir haben noch ein 2:2 erreicht, aber an mir ist es nicht gelegen. Ich war sehr nervös, habe keine berauschende Leistung abgeliefert“, grinste der Sturm-Coach.

Voller Vorfreude auf den ersten Europacup-Abend in Liebenau nach anderthalb Jahren ist Emir Karic. „Solche Nächte erleben zu dürfen, davon träumt man schon als Kind. Ich freue mich extrem“, so der Verteidiger, der bei Sturm trotz viel Gegenwind in der vergangenen Saison nie aufgab und eisern um seine Chance kämpfte. Sie kam, wenn auch mit Verspätung.

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