Ausblick im Burgenland

90 Millionen Flaschen edler Wein als Ausbeute 2025

Burgenland
26.08.2025 16:00

„Ich will eigentlich nicht mehr über Jahrhundertjahrgänge reden, denn 2025 ist ein Jahrtausendjahrgang.“ – Vielversprechend klingt die Botschaft des burgenländischen Weinbaupräsidenten Andreas Liegenfeld. Noch vor der Hauptlese können sich absolute Kenner bereits auf 600.000 Hektoliter vinophile Vielfalt der Extraklasse einstimmen.

Von Anfang an sei in der Vegetation alles nach Wunsch verlaufen, sagt der Weinbaupräsident. Niederschläge und Sonnenstrahlen hielten sich im Laufe der Saison die Waage. „Es gab keine großen Probleme mit dem Pflanzenschutz, die Trauben sind sehr gesund“, zieht Liegenfeld in der Riede Steinweingarten von Top-Winzer Georg Prieler auf der Rückseite des Goldbergs eine erfreuliche Bilanz.

Kühle Nächte sorgen für dünnere Haut
Der Punkt auf dem i sind aus Sicht des Weinbaupräsidenten die kühlen Nächte der vergangenen Tage, die die Traubenhaut dünner gemacht und die Aroma-Ausbeute gesteigert haben. Kurzum, den pannonischen Winzern blieben sowohl die schädlichen Rebzikaden als auch dramatische elementare Ereignisse wie Hagel und Frost erspart. Die ausgezeichneten Rahmenbedingungen spiegeln sich ebenfalls im Garten eines jeden Hausbesitzers wider: „Tomaten, Gurken & Co. gedeihen heuer optimal.“

Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld, Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep und Winzer Georg ...
Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld, Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep und Winzer Georg Prieler im Weingarten in Schützen am Gebirge(Bild: Reinhard Judt)

Lese startet Anfang September
Der Beginn der Hauptlese steht – so wie in den vergangenen Jahren – in der ersten und zweiten September-Woche an. Nach Rückfrage bei den Gebietsvertretern kann von einer „guten Durchschnittsernte“ ausgegangen werden, also mehr als 2024. Die Rede ist aktuell von ungefähr 600.000 Hektolitern, umgerechnet 90 Millionen Flaschen Wein. Trotz der zu erwartenden Spitzenqualität werden die Herausforderungen auf dem Markt immer größer. Längst spürbar ist das weltweite Phänomen, dass weniger Rotwein konsumiert wird.

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Neue Werbestrategien sind notwendig. Der ,coole Rote’ ist ein erster Gegentrend.

Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld

Starke Marke Burgenland
Der Wandel der Konsumgewohnheiten ist allerdings kein Grund zum Verzweifeln. „Ich bin das ganze Jahr viel unterwegs und stelle dabei immer wieder fest, wie sehr unser burgenländischer Wein im In- und Ausland geschätzt wird. Dennoch sind wir erst am Beginn einer spannenden vinophilen Reise. In unseren Weinen steckt noch so viel Potenzial. Wir leben den Zusammenhalt und setzen als Winzer auf die starke Marke Burgenland“, erklärt Top-Winzer Georg Prieler aus Schützen am Gebirge.

Dem kann Herbert Oschep, Weintourismus-Geschäftsführer und Obmann von Wein-Burgenland, nur beipflichten: „Die Lesezeit ist etwas höchst Emotionales. Die harte, nachhaltige Arbeit eines ganzen Jahres wird sichtbar. Entsprechend groß ist der Dank an unsere Winzer, die das Burgenland zu etwas ganz Besonderem machen.“

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