Vergewaltigungsvorwurf

Psychotischer Schub: Grazerin stach „Ex“ in Bauch

Steiermark
26.08.2025 18:00
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Während eines psychotischen Schubs stach eine Grazerin (35) mit einem Küchenmesser auf ihren ehemaligen Partner ein. Laut Staatsanwaltschaft glaubte sie, er habe sie vergewaltigt.

Wie dringend es ist, Menschen mit psychotischen Zügen adäquat zu behandeln, zeigt diese tragische Geschichte, die sich Mitte Mai dieses Jahres in Graz abspielte: Mehr als sechs Jahre war eine Grazerin mit ihrem Freund liiert. Nach der Trennung gründeten sie eine Wohngemeinschaft: „Wir dachten, wir können uns gegenseitig unterstützen. Das hat aber doch nicht funktioniert. Ich hatte immer wieder meine Psychosen, und er war andauernd im Delirium wegen seiner Alkoholsucht“, schildert die 35-Jährige im Schwurgerichtssaal.

„Er ist ständig ins Zimmer gekommen und hat mich nicht in Ruhe gelassen“
Am 25. Mai eskalierte die Situation: Laut Staatsanwaltschaft dachte die Betroffene, sie sei von ihrem Ex-Freund vergewaltigt worden. Die Grazerin weicht von dieser Ansicht nun ab: „Das traue ich ihm nicht zu. Ich war komplett fertig und wollte einfach nur schlafen. Er ist aber ständig in mein Zimmer gekommen und hat mich nicht in Ruhe gelassen.“

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Dann hat es in meinem Hirn völlig durchgebrannt ...

Die Angeklagte vor Gericht

Schon seit Monaten sei das so gegangen, schildert sie und bricht immer wieder in Tränen aus. Schließlich hätten sie die Verzweiflung und Wut gepackt. Sie rannte aus ihrem Zimmer und schlug ihm auf die Schulter. Als er ihr laut ihren Angaben auf die Brust und in den Schritt griff, „hat es in meinem Hirn völlig durchgebrannt“.

„Wollte, dass er merkt, dass ich nicht mehr kann“
Sie holte ein Küchenmesser und stach dem Steirer zweimal in den Bauch. Das Messer konnte er ihr entreißen, so entging er laut Staatsanwältin einem dritten Stich. Die Verletzungen fielen zum Glück leicht aus, nach der Attacke legte er sich sogar schlafen. Tags darauf soll sie noch einmal mit einem Messer und einer Flasche auf ihn losgegangen sein. Die Attacke mit dem Messer streitet sie ab, genauso die Absicht, ihn zu töten oder schwer zu verletzen: „Ich wollte einfach nur, dass er mir zuhört und merkt, dass ich nicht mehr kann!“

Gerichtspsychiater Walzl attestierte der Frau Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt.
Gerichtspsychiater Walzl attestierte der Frau Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt.(Bild: Eva Stockner)

Dienstagnachmittag entschieden die Geschworenen auf Mordversuch. Da die 35-Jährige laut Gerichtspsychiater Manfred Walzl zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war, wird sie in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen – nicht rechtskräftig.

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