In einem besonders ruhigen Ortsteil von Schwanberg wurde die 58-jährige Ingrid K. am Freitag gegen 0.30 Uhr durch einen Knall aus dem Schlaf gerissen. "Einen kurzen Augenblick lang hab' ich an einen Jäger gedacht, doch dann ist nebenan im Haus meiner Tochter beim Auto der Alarm losgegangen. 'Ein Einbrecher!', hab' ich mir gesagt, aber das war es nicht. Dann habe ich auch schon den Rauch gesehen, dann meine Tochter und unseren Enkel, den Kevin", berichtet die 58-Jährige.
Bianca K., ihr 13-jähriger Sohn und der Freund der 38-Jährigen waren durch den Feuermelder aus dem Schlaf gerissen worden und konnten sich mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Freie retten. Das in der Garage geparkte Auto hatte Feuer gefangen und brannte lichterloh.
Auf Straße gestelltes Auto sollte wohl Löscheinsatz verzögern
Die Betroffenen alarmierten sofort die Einsatzkräfte. Als die Feuerwehr zum Brandort zufahren wollte, war die Straße jedoch durch einen mitten auf der Fahrbahn geparkten Wagen versperrt. "Die Kameraden aus Gressenberg, Grünberg-Aichegg und Schwanberg mussten den Wagen zur Seite schieben, um zur Garage zu gelangen", berichtet Feuerwehrsprecher Thomas Stopper.
Das Feuer konnte danach rasch gelöscht werden. "Der Einsatz war nach kurzer Zeit beendet", so Stopper. Was allerdings für ein beklemmendes Gefühl sorgte: die Vermutung, dass es einen Zusammenhang mit dem auf der Zufahrtsstraße abgestellten Wagen gibt. Dieser könnte dazu gedient haben, den Löscheinsatz zu verzögern.
Verdächtiger will mit Feuer nichts zu tun gehabt haben
In der Nähe des Tatorts wurde der 55-Jährige gefunden. Er lag stark unterkühlt in einem Acker und wurde wegen der Gefahr eines Herzinfarkts ins Spital gebracht. Nach einem Tag auf der Intensivstation konnten die Kriminalisten den Verdächtigen am Samstagabend befragen. Er bestritt alle Vorwürfe und sagte, er sei von einem Unbekannten niedergeschlagen worden. Mit dem Feuer habe er nichts zu tun.
Allerdings stießen die Beamten bei den Ermittlungen zu dem herrenlosen Pkw auf einen Freund des 55-Jährigen. Der Freund sagte, er sei mit dem Verdächtigen unterwegs gewesen, und plötzlich sei der Weststeirer mit seinem Wagen davongefahren. Der 55-Jährige wurde noch im Krankenhaus festgenommen.
Wollte er Ehefrau Denkzettel verpassen?
Die Brandursache war am Sonntagvormittag noch nicht eindeutig geklärt. Laut Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, sei ein technisches Gebrechen nicht ganz ausgeschlossen, doch der Wagen sei nicht alt gewesen. Spuren eines Brandbeschleunigers konnten nicht gefunden werden.
Auch das Motiv ist noch nicht bekannt. Fest steht bislang laut "Krone" allerdings, dass der 55-Jährige offenbar nicht hinnehmen will, dass die Ehefrau ihn verlassen will. Möglicherweise glaubte er, sie bei Sohn und Schwiegertochter in spe und wollte ihr einen Denkzettel verpassen. Die Familie, die ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, konnte das Spital am Freitagnachmittag wieder verlassen.











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