Halbe Million Besucher

Ausnahmezustand in Zagreb wegen Konzert von Rocker

Ausland
04.07.2025 12:53

Am Samstag könnte im kroatischen Zagreb eines der größten Konzerte über die Bühne gehen, das die Welt je gesehen hat. Bis zu 500.000 Menschen werden zur Show des umstrittenen Rockers Marko Perković erwartet. Das sind nicht viel weniger, als die Stadt Einwohnerinnen und Einwohner hat (knapp 800.000).

Die Behörden befürchten daher einen Verkehrskollaps und weitere infrastrukturelle Probleme. Der kroatische Automobilclub (HAK) empfiehlt daher, die Stadt und den Großraum zwischen Freitag und Sonntag zu meiden. Nicht nur Fans des Rockers, der unter dem Namen Thompson bekannt ist, kämen an, sondern auch Urlauberinnen und Urlauber. Es sei ratsam, großflächig über Ljubljana auszuweichen. Wer in den Süden Kroatiens wolle, solle über Rijeka, die A6/E61 nach Bosiljevo und anschließend über die A1/E65 in Richtung Süden reisen. Bereits am heutigen Freitag gibt es in Zagreb Verkehrssperren und Umleitungen sowie Einschränkungen im Straßenbahn- und Busnetz.

Der kroatische Rundfunkt Hrvatska radiotelvizija bezeichnete die Veranstaltung als „bislang größtes Konzert in der Geschichte Kroatiens“. Bis zu 500.000 Menschen werden erwartet, viele von ihnen aus dem Ausland. Für sie wird laut deutschen Medienberichten ein 2000 Meter langer Getränkestand aufgebaut. Mobile Toiletten und Pissoirs werden bereitgestellt, 100 Wasserstellen und zusätzliche Wassertanks sind auf dem Gelände verfügbar.

Hier sehen Sie Aufnahmen von dem Messegelände in Zagreb:

Polizei und Rettung in Alarmbereitschaft
Da Hitze, kaum Schatten und stundenlanges Stehen erwartet werden, ist die Rettung in Alarmbereitschaft. Medizinerinnen und Mediziner haben ein eigenes Feldlazarett mit 200 Betten auf dem Zagreber Messegelände installiert. Sogar Chirurginnen und Chirurgen und ein Psychiater seien im Dienst, berichtete die Kleine Zeitung am Freitag. Die städtischen Krankenhäuser seien verpflichtet worden, eigene Krisenstäbe zu bilden. Das Personal soll in Bereitschaft bleiben, direkt am Veranstaltungsort sind fast 200 Rettungskräfte eingeteilt.

Erhöhte Wachsamkeit herrscht auch bei der kroatischen Polizei. Einige Anhängerinnen und Anhänger des rechten Rockers fallen immer wieder mit faschistischen Symbolen und Parolen auf. Die kroatische Staatsanwaltschaft ermittelte 2003 auch gegen Perković selbst, und zwar wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Anklage wurde aber nicht erhoben, der Musiker streitet die Vorwürfe ab. Er sei ein gläubiger Christ und Patriot, sagte er. „Ich singe über die Liebe zu meinem Land“. Der Künstlername Thompson kommt von einer Waffe, die er im Kroatienkrieg erhielt.

Konzerte in anderen Ländern verboten
In anderen Ländern wie Deutschland, der Schweiz oder in den Niederlanden wurden die Konzerte des Kroaten in der Vergangenheit teils verboten oder von Protesten begleitet. In Zagreb befürchtete die Polizei nun, dass es zu Übergriffen auf Andersdenkende kommen könnte. Gleichzeitig haben aber Politikerinnen und Politiker aller Parteien angekündigt, an dem Konzert teilzunehmen.

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