Do, 16. August 2018

Zagreb-Schock

16.07.2018 20:43

Rechtsrocker feiert mit Kroaten-Stars im Team-Bus!

Die Kroaten haben ihrem Fußball-Nationalteam trotz der 2:4-Niederlage im WM-Finale gegen Frankreich einen begeisterten Empfang bereitet. Auf dem Flughafen in Zagreb wurde die Mannschaft am Montagnachmittag von den Fans mit „Champions, Champions“-Sprechchören begrüßt. Luftwaffen-Jets hatten das aus Russland kommende Flugzeug mit den Kickern nach Erreichen des kroatischen Luftraums eskortiert. Doch die Feierstimmung wurde durch einen Skandal getrübt. Im Mittelpunkt: Der rechtsextreme Sänger Marko Perkovic (51) alias „Thompson“ (rechts im Bild).

Die Spieler schritten über einen roten Teppich in das Flughafengebäude. Im Zentrum der Hauptstadt strömten Hunderttausende Menschen mit Landesflaggen auf die Straßen und Plätze, um die Vizeweltmeister als Helden zu feiern. Die Kroaten hatten mit dem Finaleinzug ihr bisher bestes WM-Abschneiden, den dritten Platz 1998, übertroffen. Das staatliche Fernsehen hatte die Bevölkerung deshalb aufgerufen, den „historischen Augenblick“ zu feiern.

Allerdings konnte man nicht damit rechnen, dass der in Kroatien wohlbekannte (auch in Österreich nicht unbekannte) rechtsextreme Sänger Thompson zu den feiernden kroatischen Spielern auf den Bus hinauf gelassen wird. So geschah es aber. Nach dem Sieg gegen Nigeria war ein Video von Liverpool-Spieler Dejan Lovren an die Öffentlichkeit gelangt, in dem er (in der Kabine) ein Lied von der umstrittenen Gruppe sang. Marko Perkovic (Thompson) wird seit Jahrzehnten Nähe zur rechtsextremen Szene und zu Ustascha-Gruppen vorgeworfen. In seinen Liedern hetzt er oft gegen Serben, Bosniaken, Juden. Seine Konzerte wurden in der Vergangenheit in Österreich vielerorts verboten.

Die Eisenbahn bot Tickets zum halben Preis an, damit Fans zum Empfang des Teams in die Hauptstadt reisen konnten. Die Stadtverwaltung von Zagreb hatte angeordnet, dass die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel am Montag gratis war. Die Nationalspieler fuhren vom Flughafen mit einem offenen Bus zum Ban-Jelacic-Platz. Anschließend empfing Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic die Vizeweltmeister an ihrem Amtssitz und zeichnete sie mit Orden aus.

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