Die Disqualifikation der norwegischen Skispringerin Anna Odine Ström wegen einer zusätzlichen Sohle im Socken ist laut norwegischen Aussagen auf einen medizinischen Grund zurückzuführen – für den allerdings zunächst kein medizinisches Attest bei der FIS eingereicht worden war! „Das war dumm, dass wir das nicht gemacht haben“, gab Frauen-Cheftrainer Christian Meyer gegenüber dem TV-Sender NRK zu ...
„Wir haben es für selbstverständlich gehalten. Wir dachten, es sei in Ordnung, weil wir es aus medizinischen Gründen gemacht haben“, so Meyer zerknirscht. Ström leide unter einer Schiefstellung der Hüfte, weshalb die ein Zentimeter dicke Sohle am rechten Fuß einen Höhenunterschied ausgleicht.
FIS-Renndirektor Sandro Pertile betonte in Garmisch-Partenkirchen allerdings, dass ohne Attest nur eine Disqualifikation möglich sei. Die Norweger reichten erst nach der Kontrolle am Mittwoch das notwendige Attest ein, dieses liege nun beim Weltverband zur Begutachtung.
„Ich versuche immer, positiv auf die Dinge zu schauen. Ich glaube nicht, dass sie absichtlich betrügen wollten“, sagte Pertile. Der Italiener ergänzte aber, dass Ende November in Falun alle Trainer informiert worden seien, dass zusätzliche technische Ausrüstung bei den Athleten bei der FIS deklariert und bestätigt werden muss.
Ex-Springer Evensen sieht Vorteil
Ström habe sich 2023 in Engelberg wegen ihrer Schiefstellung der Hüfte verletzt, sagte Meyer. Deshalb sei begonnen worden, diese auszugleichen. Am Silvestertag hatte die Gesamtweltcup-Dritte in Garmisch-Partenkirchen den elften Platz belegt.
Eine positive Auswirkung auf ihre Leistung sah der frühere Skiflug-Weltrekordhalter Johan Remen Evensen. „Je höher man auf dem Schuh steht, desto tiefer kann man den Anzug tragen, und desto tiefer sitzt der Schritt. Ein Zentimeter weniger Schritt als üblich ist ein großer Vorteil“, sagte der norwegische NRK-Experte, der im Rahmen des Manipulationsskandals zugegeben hatte, während seiner Karriere betrogen zu haben. Ström hätte laut Evensen auch den anderen Fuß absenken können.
Ström gewann im laufenden Olympia-Winter bereits ein Springen in Wisla und stand vor der Two-Nights-Tour dreimal in Serie auf dem Podest. Bei der durch den norwegischen Anzug-Skandal überschatteten Heim-WM in Trondheim im Februar hatte sie im Team sowie Mixed-Team die Gold-Medaille gewonnen und auf der Normalschanze Bronze geholt.
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