Täter in Haft

Ein Toter bei Schießerei am Flughafen von L.A.

Ausland
02.11.2013 13:51
Schüsse und Chaos am internationalen Flughafen von Los Angeles: Ein US-Amerikaner hat am Freitag um sich geschossen und dabei einen Sicherheitsbeamten getötet, bevor er von Polizisten angeschossen und in Gewahrsam genommen wurde. Bei dem Zwischenfall wurden mehrere Menschen verletzt, darunter auch zwei weitere Mitarbeiter der Verkehrssicherheitsbehörde TSA.

Bei dem Schützen (kleines Bild, li.) handelt es sich um den 23-jährigen Paul Anthony Ciancia aus Kalifornien, wie das FBI mitteilte. Über ein mögliches Motiv machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Laut dem Sender CNN wurden im Zusammenhang mit der Tat Materialen aufgefunden, die darauf schließen lassen, dass der Schütze aus Wut auf die Behörde für Transportsicherheit TSA (Transportation Security Administration) und aus Unmut über die Regierung in Washington gehandelt habe.

Der Schütze hatte ein Sturmgewehr aus einer Tasche gezogen und das Feuer auf die Beamten eröffnet. Ein Polizist gab kurz darauf mehrere Schüsse auf den Täter ab. Ciancia kam schwer verletzt mit mehreren Einschüssen im Oberkörper ins Krankenhaus. Die Schüsse fielen an den Sicherheitskontrollen im Terminal 3. Der Mann habe den Sicherheitsbereich durchbrochen, hieß es.

"Schütze hatte genug Munition, um jeden dort zu töten"
Ciancia sei anscheinend gezielt auf Mitarbeiter der Verkehrssicherheitsbehörde losgegangen, deren Beamte unbewaffnet sind und keine Festnahmen durchführen dürfen. Bei dem Toten handle es sich um einen 39 Jahre alten TSA-Beamten der Sicherheitskontrolle. Er ist der erste TSA-Beamte, der im Dienst getötet wurde.

"Der Schütze hatte genug Munition dabei, um buchstäblich jeden in dem Terminal zu töten", sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Vor dem Blutbad habe der 23-Jährige seinem Bruder in New Jersey eine SMS geschickt, in der er von Selbstmordgedanken sprach. Der Vater habe daraufhin die Polizei eingeschaltet.

Frühere Schulkameraden beschrieben den mutmaßlichen Täter in US-Medien als Eigenbrötler, der von anderen Schülern gehänselt worden sei. Vor einigen Jahren sei seine Mutter gestorben.

Augenzeuge: "Wie in einem Film"
Der Albtraum am Flughafen in L.A. dauerte nur etwa zehn Minuten, doch den Anwesenden dürfte es vermutlich länger vorgekommen sein. Ein Reisender schilderte dem Nachrichtensender CNN, viele Menschen hätten in Panik Schutz gesucht. Reisende hätten geschrien und Kinder geweint. Unter den Wartenden sei Panik ausgebrochen, viele hätten sich aus Angst hinter Stühlen versteckt oder in den Toiletten verschanzt.

Er habe zwei Schüsse gehört, sagt ein Reisender der "L.A. Times". Die Szene sei "wie in einem Film" gewesen. Danach sei er selbst in einen Sicherheitsbereich gebracht worden, schilderte der Mann die dramatischen Momente. Ein weitere Augenzeuge meinte nur: "Es war wohl die grauenhafteste Erfahrung, die ich je gemacht habe."

Auf Livebildern von US-Fernsehsendern war zu sehen, wie Polizisten das Flughafengelände durchkämmten und Krankenwagen vorfuhren. Dutzende Menschen seien vorsichtshalber aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht worden. Die Zufahrtsstraßen zum Flughafen wurden gesperrt. US-Präsident Barack Obama wurde laufend über die Lage informiert, teilte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, mit.

Abflüge nach Schießerei vorübergehend gestoppt
Nach den Schüssen wurde der Flugverkehr zunächst komplett eingestellt, etwa eine Stunde später landeten aber schon wieder Passagiermaschinen. Flugreisende mussten allerdings mit massiven Verspätungen rechnen. LAX ist mit mehr als 60 Millionen Passagieren jährlich einer der größten Flughäfen der Welt. Terminal 3 wird vor allem von kleineren US-Fluggesellschaften bedient.

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