"Sind verzweifelt"

Wien: Servitenflüchtlinge suchen neue Unterkunft

Österreich
11.10.2013 12:05
Die Flüchtlinge und Aktivisten des "Refugee Protest Camp Vienna" suchen eine gemeinsame Wohnmöglichkeit. Mit 30. Oktober beginnen die Sanierungsarbeiten im Wiener Servitenkloster, in dem sie derzeit untergebracht sind, dann müssen die 24 verbleibenden Flüchtlinge ausziehen. Die Caritas bittet daher die verantwortlichen Politiker und Vertreter der Wirtschaft um die Bereitstellung von Räumlichkeiten, die günstig von den Flüchtlingen gemietet werden können.

Auch über Twitter verbreitete Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner, dass die Flüchtlinge "dringend eine günstige Wohnmöglichkeit" für etwa 25 Personen als Privatunterkunft in Wien suchen würden. Da sich alle verbleibenden Flüchtlinge in der Grundversorgung befinden, habe der Fonds Soziales Wien allen einen Platz zugesichert.

"Niemand wird unversorgt auf die Straße gestellt", so Schwertner. Die Flüchtlinge wünschten sich, gemeinsam untergebracht zu werden, um den Protest fortsetzen zu können. Die Caritas sicherte ihre Unterstützung dabei zu.

"Die Männer sind sehr verunsichert und verzweifelt"
In einem Gespräch zwischen den Flüchtlingen und Vertretern der Erzdiözese Wien vor zwei Tagen habe man den Betroffenen noch einmal deutlich gemacht, dass die Sanierungsarbeiten, die bereits von Ende Juni auf Ende Oktober verschoben wurden, nun wirklich starten werden. "Die Männer sind sehr verunsichert und verzweifelt", so Schwertner.

17 der Betroffenen würden sich nach wie vor in einem Asylverfahren befinden, sieben wurde ein negativer Bescheid ausgestellt, davon unterliegen sechs dem "gelinderen Mittel" und müssen sich täglich bei der Polizei melden. Von einer Ausstellung von Heimreisezertifikaten sei ihm derzeit nichts bekannt.

Nach weiteren Räumlichkeiten der Kirche für die Unterbringung der Flüchtlinge sei in den letzten Monaten gesucht worden, man habe aber nichts gefunden. Das Servitenkloster in Wien-Alsergrund soll ab dem kommenden Jahr als Herberge für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dienen.

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