Viel Blei fürs Geld

"Alien Rage": Budget-Shooter im Test

Spiele
07.10.2013 10:00
Freunde simpler Shooter-Kost kommen dieser Tage ordentlich auf ihre Kosten. Neben dem PC-exklusiven Retro-Hit "Shadow Warrior" buhlt mit "Alien Rage" ein weiteres Ballerspiel um die Gunst der Spieler. Die Devise des für PC, PS3 und Xbox 360 verfügbaren Titels: viel Blei und reichlich Alien-Kanonenfutter für wenig Geld. Wie sich der per Download erhältliche Budget-Shooter für 20 Euro spielt, erfahren Sie in unserem Test.

Die in einer vielleicht gar nicht so weit entfernten Zukunft spielende Rahmenhandlung von "Alien Rage" wartet mit einem relativ aktuellen Thema auf. Der Menschheit ist im Shooter von CI Games nämlich das Erdöl ausgegangen. Um den steigenden Energiebedarf der Menschheit weiterhin zu decken, macht man sich kurzerhand im All auf die Suche nach neuen Brennstoffen.

Interstellarer Zwist um Treibstoff
Ein solcher wird auch tatsächlich gefunden – und eine Alien-Rasse noch dazu. In Verhandlungen mit den Vorus-Aliens vereinbart die Menschheit, den neuen Kraftstoff nur friedlich zu nutzen und auf eine militärische Verwendung zu verzichten. Als Glück entpuppt sich, dass sich der Homo Sapiens nicht an diese Vereinbarung hält – die neue interstellare Bekanntschaft ist nämlich deutlich bösartiger als zunächst angenommen.

Und hier beginnt die rund sieben Stunden lange Handlung von "Alien Rage", in der sich der Spieler als raubeiniger Space Marine durch umkämpfte Raumstationen metzelt, Alien-Soldaten über den Haufen ballert und sogar den einen oder anderen Ausflug mit einem Mech vollführt. Rätsel oder unerwartete Wendungen sollte man sich dabei nicht erhoffen, solche neumodischen Dinge gibt's in "Alien Rage" nämlich nicht.

Ähnlichkeiten zu "Unreal", großes Arsenal
Das Game ist ein Science-Fiction-Shooter alter Schule und erinnert spielerisch ein wenig an das gute alte "Unreal". Die Hauptzutaten: ein nicht unbedingt zum Scherzen aufgelegter Protagonist, zehn verschiedene Waffen mit je zwei verschiedenen Feuermodi, hübsch inszenierte Raumstationen und reichlich extraterrestrisches Kanonenfutter.

In Erinnerung bleibt "Alien Rage" dabei ganz bestimmt nicht wegen der dünnen Handlung, sondern vor allem wegen des knackigen Schwierigkeitsgrades. Dass das so beabsichtigt ist, verrät das Game schon zu Beginn, wenn der Spieler zwischen den Schwierigkeitsgraden "Challenging", "Hard" und "Brutal" wählen muss. Selbst im einfachsten Modus stößt man als Spieler dabei immer wieder auf Passagen, in denen schier unglaubliche Gegnermassen im Spiel sind.

Schwierigkeitsgrad sehr hoch, KI schwach
Weil der Spieler nur einige Schüsse einstecken kann, ist er gut beraten, trotz des Retro-Shooter-Gameplays mit einer gewissen Vorsicht vorzugehen. Gegner durch einen gezielten Schuss auf einen explosiven Gegenstand in Gruppen ausschalten, die fiesen Aliens in einen Hinterhalt locken – mit Einfallsreichtum ist der teils schlicht unfaire Schwierigkeitsgrad zumindest zum Teil aufzuwiegen. Dem Retro-Gameplay schadet das aber ein wenig.

Selbiges gilt auch für die ausgesprochen unberechenbare künstliche Intelligenz der Gegner. Manchmal – insbesondere in engen Gängen – springen die Aliens dem Spieler regelrecht vor die Flinte und machen keine Anstalten, Deckung zu suchen. Andererseits gibt's auch immer wieder Passagen, in denen der Spieler in einen Hinterhalt läuft und plötzlich eingekesselt wird.

Enorme Gegnerflut nervt bisweilen
Das liegt aber weniger daran, dass die Gegner schlau genug sind, den Spieler zu umzingeln, sondern vielmehr daran, dass die Gegner in den Levels quasi jederzeit auf Teleportationsplattformen auftauchen können. So kommt es immer wieder vor, dass der Spieler plötzlich Besuch von hinten bekommt – besonders unfair, wenn man gerade in ein Feuergefecht mit dem Alien-Abschaum vor sich verwickelt ist. Da hilft dann oft nur mehr der Sekundärmodus der gerade gewählten Waffe – der ist nämlich teils recht mächtig und pustet auch mal mehrere Gegner mit einem Knopfdruck weg.

Spielerisch ist "Alien Rage" also ein zweischneidiges Schwert, bei dem Retro-Gameplay à la "Unreal" auf teils unangenehm unfaires Leveldesign und einen generell für Shooter-Novizen deutlich zu hohen Schwierigkeitsgrad trifft. Selbst erfahrene Gamer dürften mit "Alien Rage" passagenweise ihre liebe Not haben. Die künstliche Dummheit der Gegner und die ständig neu in die Levels teleportierten Aliens nerven zudem.

Erfreulich hübsche Optik, solider Sound
Dafür überzeugt "Alien Rage" optisch. Das Spiel basiert auf der dritten Generation der "Unreal"-Engine und sieht entsprechend gut aus. Die Raumstationsgänge, durch die sich der Spieler über weite Strecken des Spiels kämpft, wirken detailliert und werden durch hübsche Lichteffekte in Szene gesetzt. Und auch Gegner und Charaktere sehen gut aus, wenngleich es bei den Gegnern ein wenig an Abwechslung mangelt.

Akustisch bietet "Alien Rage" solide Kost. Der Soundtrack ist nicht aufdringlich, aber passend. Die Schuss- und Explosionsgeräusche haben ordentlichen Durchschlag, die wenigen Dialoge wirken dafür eher aufgesetzt. Überwiegend berieselt den Spieler aber ohnedies der Sound von in Alien-Körper eindringendem Blei – und der passt.

Einfach zu steuern, Multiplayer an Bord
Selbiges kann man auch über die Steuerung sagen. Wer schon einmal einen Shooter gespielt hat, findet sich in "Alien Rage" sofort zurecht. Das heißt freilich nicht, dass das Game einsteigerfreundlich wäre – dazu ist es einfach zu schwer.

"Alien Rage" bringt neben der kurzweiligen Einzelspielerkampagne auch einen Mehrspielermodus mit, der sich allerdings auf das Nötigste beschränkt. Als Modi stehen Deathmatch und Team-Deathmatch zur Verfügung, komplexere Capture-the-Flag- oder Domination-Modi fehlen. Um kurz online Dampf abzulassen, eignet sich das Deathmatch jedoch ausgezeichnet, zumal es im Mehrspielermodus etwas fairer zugeht als im ständig mit neuen Feinden aufwarteten Singleplayer.

Fazit: Für 20 Euro bietet City Interactives "Alien Rage" solide Shooter-Kost mit ein paar Macken im unfairen Leveldesign und bei der künstlichen Intelligenz. Optisch ist der Titel erfreulich gut geworden, der Sound ist durchschnittlich. Die Handlung ist relativ entbehrlich, das Spiel würde sich ohne Story nicht anders anfühlen. Hauptkritikpunkt ist der selbst auf der leichtesten Einstellmöglichkeit oft schlicht unfaire Schwierigkeitsgrad, der mutmaßlich der Spielzeitverlängerung dienen soll. Sei's drum, für Shooter-Fans, die wieder mal Aliens statt Terroristen ans Leder wollen, ist "Alien Rage" durchaus einen Blick wert.

Plattform: PC (getestet), PS3, Xbox 360 (ab 23. Oktober)
Publisher: CI Games
krone.at-Wertung: 6/10

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