Serbische Aktivisten:

UNO soll „Schallwaffen-Lüge“ überprüfen

Außenpolitik
08.04.2025 18:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Teilnehmer einer Großdemonstration gegen die serbische Regierung klagten Mitte März über Unwohlsein und einem plötzlich auftauchenden lauten Geräusch. In sozialen Medien verbreiteten sich Videos, die Menschengruppen zeigten, die von einer Sekunde auf die andere panikartig die Flucht ergreifen. Die Opposition wirft der Polizei vor, eine eigentlich verbotene Schallwaffe eingesetzt zu haben. Nun haben Aktivisten der UNO eine Petition übergeben, in der eine internationale Untersuchung gefordert wird.

Laut der Protestbewegung KreniPromeni (Auf zum Wandel) wurden am Dienstag 600.000 Unterschriften im UNO-Büro in Belgrad übergeben. Bürgerrechtsorganisationen haben nach eigenen Angaben mehr als 3000 Aussagen von Demonstranten gesammelt, die infolge der Beschallung über gesundheitliche Probleme klagen.

Neben diesen Aussagen gibt es auch Fotos, die den verbotenen Einsatz beweisen sollen. Auf diesen ist ein Polizeiwagen zu sehen, auf dem ein großes Gerät montiert ist (siehe Bild oben). Dieses ähnle einer Schallkanone, auch Long Range Acoustic Device (LRAD) genannt, aus US-Produktion, sagte der Militärexperte Aleksandar Radic der Nachrichtenagentur AFP. 

Innenminister bestätigt Besitz der Waffe
Die serbische Regierung bestreitet den Einsatz einer akustischen Waffe. Sie hatte zunächst erklärte, dass die Polizei ein solches Gerät nicht besäße. Nach der Veröffentlichung der Fotos mit dem Einsatzwagen erklärte Innenminister Ivica Dačić, die Polizei besitze ein solches Gerät zwar, habe es aber bei der Demonstration am 15. März nicht eingesetzt. Präsident Aleksandar Vučić bezeichnete die Vorwürfe schlicht und ergreifend als „Lüge“.

Die Protestwelle in Serbien war durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der Stadt Novi Sad am 1. November entfacht worden, bei dem 16 Menschen ums Leben gekommen waren. Die Regierung steht wegen der anhaltenden Proteste unter Druck. Ende Jänner hatte Ministerpräsident Miloš Vučević seinen Rücktritt erklärt.

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