Sieben Kristallkugeln

„Solche Siege sind ein wenig mehr wert als Nichts“

Wintersport
26.03.2025 12:18

Österreichs Paraski-Team reist vom Weltcup-Finale aus Veysonnaz (Schweiz) mit viel Übergepäck nach Hause. Veronika Aigner gewann die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup und dazu die Wertungen im Super-G, Riesentorlauf und Slalom. Ihr ebenfalls sehbehinderter Bruder Johannes eroberte neben der großen Kugel auch noch die „Glasbecher“ für Abfahrt und Super-G. Statt Preisgeld gab es Käse, Wein und Lebkuchen.

Erstmals gab es für die Paraskifahrer die „echten“ FIS-Kugeln. Darauf waren Veronika und Johannes Aigner sehr stolz. „Vroni“ sagt: „Das ist echt der Wahnsinn. Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut, als ich diese in den Händen hielt. Ich habe schon Pläne, wie daheim das Regal aussehen soll, auf dem ich die Kugeln gut präsentieren kann. Ich hoffe, dass mein Papa mir dabei hilft.“ „Hansi“ ergänzte: „Man sieht, dass auch hier die Inklusion weiter voranschreitet und es in die richtige Richtung geht. Auch wenn es sonst noch ein weiter Weg ist bis zur Gleichberechtigung.“

Guide Elisabeth Aigner, Veronika Aigner, Johannes Aigner und sein Guide Nico Haberl fahren mit ...
Guide Elisabeth Aigner, Veronika Aigner, Johannes Aigner und sein Guide Nico Haberl fahren mit viel Kristall-Übergepäck nach Hause.(Bild: Ski Austria)

Mama Petra freute sich daheim in Gloggnitz mit: „Die FIS-Kugel, die auch die nichtbehinderten Skifahrer bekommen, ist ein Quantensprung in Sachen Wertschätzung. Der nächste ganz große Schritt wäre von der FIS die Einführung eines Preisgelds. Das muss nicht viel sein. Aber solche Siege sollten ein wenig mehr wert sein als Nichts.“ Johannes ergänzt: „Die FIS hat den Paraski-Weltcup noch nicht komplett übernommen. Erst wenn das geschieht, wird es auch ein Preisgeld geben.“

„Alles für Raclette-Abend angerichtet“
Finanziell gibt es für die Paraskifahrer nichts. In Veysonnaz erhielten die Athletinnen und Athleten Käse, Wein und Appenzeller Bärli Biber, eine Schweizer Lebkuchenspezialität.“ Veronika Aigner lächelte dazu: „Es ist alles für einen Raclette-Abend mit Nachspeise angerichtet. Die Saison war anstrengend. Jetzt freuen wir uns auf den Frühling, werden die Skischuhe für ein paar Wochen ins Eck stellen und mehr Zeit für Freunde haben.“ Johannes nickte: „Jetzt ist die wohlverdiente Pause und dann startet wieder die Vorbereitung für das Olympiajahr.“

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