Den größten Anteil an der Steigerung trägt erneut der Bereich Internetkriminalität - mit riesigen Zuwachsraten (siehe Infobox). Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 gab es eine Zunahme von 63,1 Prozent auf 6.413 Anzeigen, berichtete Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamtes. Einer der Schwerpunkte in der Polizeiarbeit sind daher der Ausbau des Cybercrime-Competence-Centers und die Ausbildung weiterer IT-Ermittler bis hin zur Bezirksebene.
Rückgang bei Wohnungseinbrüchen und Autodiebstählen
Ein Rückgang konnte laut Kriminalstatistik hingegen bei Einbrüchen in Wohnungen und Wohnhäuser verzeichnet werden. Einen Anstieg gab es erstmals seit drei Jahren beim Diebstahl von Kraftfahrzeugen. Bis Ende Juni wurden 2.242 Fahrzeuge als gestohlen gemeldet. Häufiger gestohlen wurden Mopeds und Lkws. Die Anzahl der Pkw-Diebstähle ist hingegen gesunken. Der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen und bei den Autodiebstählen gehe laut Kogler auf die Arbeit von SOKO Ost bzw. SOKO Kfz zurück.
Die Zahl der Gewaltdelikte liegt im ersten Halbjahr mit 24 Fällen vorsätzlicher Tötung auf dem drittniedrigsten Wert der vergangenen zehn Halbjahre.
Anstieg bei Taschen- und Trickdiebstählen verzeichnet
Im Bundesländervergleich sticht Wien mit einem Anstieg der angezeigten Fälle von 3,9 Prozent auf 104.260 Delikte hervor. Hierzu hat laut Lang neben der Internetkriminalität vor allem jener Schaden beigetragen, den sogenannte Mobile Organised Crime Groups seit Februar verstärkt angerichtet haben. Diese vielköpfigen, auf Kleinkriminalität wie Taschen- und Trickdiebstahl im großen Stil spezialisierten Banden, will die Polizei künftig ebenfalls verstärkt bekämpfen.
Halbjahres-Statistiken "nicht üblich und nicht sinnvoll"
In Zukunft werden die Sicherheitsbehörden die Kriminalstatistik nicht mehr halbjährlich veröffentlichen. "Wir wollen die Öffentlichkeit weiter über aktuelle Trends im Bereich der Sicherheit informieren", sagte Generaldirektor Kogler. "Die Statistik ist in so kurzen Zeiträumen aber nicht aussagekräftig."
Ein geeigneter Berichtszeitraum, vermutlich im Jahresrhythmus, mit fundierten Analysen über relevante Entwicklungen werde noch festgelegt. Der bisherige Halbjahresrhythmus sei "international nicht üblich und aus wissenschaftlicher Sicht auch nicht sinnvoll" und sollte durch eine längerfristige Trendanalyse ersetzt werden, bestätigte Christian Grafl vom Institut für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Wien.
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