Der Bewerb findet seit 1906 statt und ist ein Magnet für Abenteurer und passionierte Ballonfahrer. Der 49-jährige Thomas Herndl, gebürtiger Wiener und nun wohnhaft im Ballon-Ort Puch bei Weiz, wird den Wettbewerb 2013 zum zweiten Mal bestreiten, sein Teamkamerad Gerald Stürzlinger fährt schon seit mehreren Jahren mit. Während 2012 noch zwei österreichische Ballone teilgenommen haben, blieb 2013 nur das Duo übrig. Sie wollen den Sieg nach Österreich holen, denn das Reglement sieht vor, dass der übernächste Start in der Heimat der Gewinner stattfindet.
Bewerb per "Live Tracking" verfolgen
Gestartet wird der 57. "Gordon Bennett" am Samstag um etwa 22 Uhr im Nordosten Frankreichs - sofern das Wetter es zulässt, denn zu Mittag regnete es noch. Die Österreicher gehen mit Startnummer zwei an den Start. Danach heißt es, Strömungen optimal ausnutzen, Ballast in Form von Wasser und Sand nur wohlüberlegt abwerfen und Gas über Ventile zum richtigen Zeitpunkt ablassen. Gefahren wird jeweils mit 1.000 Kubikmeter fassenden Ballonen, die mit Wasserstoff gefüllt werden. Da Gas leichter ist als Luft, steigt der Ballon samt Korb auf.
Zum aktiven Regulieren der Höhe kann im Gegensatz zum Heißluftballon nur Ballast abgeworfen werden. Etwa 700 Kilogramm haben die Piloten im Korb mit. Einfluss haben auch meteorologische Bedingungen, Thermik sowie Tages- und Nachtzeit. Obwohl nur wenig Proviant wegen des Gewichts mitgenommen werden kann, müssten die Piloten aber "nicht Hunger leiden", meinte Gabriele Schmelzer-Ziringer vom Österreichischen Aeroclub, Sektion Ballon. Die Teams können mittels "Live Tracking" im Internet verfolgt werden.
Dauerrekord liegt bei 92 Stunden
Gezählt wird die weiteste zurückgelegte Entfernung gemessen an der Luftlinie. 2012 startete Herndl beim "Gordon Bennett" in der Schweiz und kam bis zu den Pyrenäen im Grenzgebiet zu Spanien. Dort hatte er dann jedoch zu wenig Ballast zum Abwerfen und musste vor der Gebirgskette landen. Mit einem Gasballon sind ohne Probleme Fahrten von mehreren Tagen möglich: Der Dauerrekord liege derzeit bei 92 Stunden, erklärte Schmelzer-Ziringer. Er wurde 1995 von den deutschen Piloten Wilhelm Eimers und Bernd Landsmann beim "Gordon Bennett" aufgestellt.
2010 war ein aus den USA stammendes Team über der Adria in eine Gewitterfront geraten und abgestürzt. Ihre Leichen wurden erst Monate später von italienischen Fischern gefunden. 1995 wurde ein Ballon der USA von der weißrussischen Luftwaffe abgeschossen. Die Piloten kamen ums Leben.
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