31.07.2013 07:19 |

Nach knapp 40 Jahren

Österreichs letzte UNO-Soldaten vom Golan zurück

Österreichs UNO-Einsatz auf den Golanhöhen ist nach knapp 40 Jahren zu Ende. Die letzten 44 Soldaten des österreichischen UNO-Bataillons kehrten in der Nacht auf Mittwoch nach Österreich zurück. Verteidigungsminister Gerald Klug empfing die Bundesheersoldaten am Flughafen Wien-Schwechat. "Heute wird ein langjähriger und wichtiger Einsatz des österreichischen Bundesheeres beendet", erklärte er. Das österreichische Kontingent im Rahmen der UNDOF-Mission wird durch Soldaten von den Fidschi-Inseln ersetzt.

Die 44 Bundesheersoldaten landeten um 2.30 Uhr am Flughafen Wien-Schwechat. Unter den rückkehrenden österreichischen Blauhelmen befanden sich auch der stellvertretende Kommandant der UNO-Mission, Brigadier Stefan Thaller, sowie der stellvertretende National Contingent Commander, Oberstleutnant Volkmar Ertl. Dieser übergab Klug nach der Landung symbolisch die Österreich-Fahne von den Golanhöhen (Bild).

27 Tote in 40 Jahren
Der Minister erklärte bei seiner Ansprache vor den zurückgekehrten Soldaten, in den knapp 40 Jahren hätten insgesamt 29.000 Soldaten am Golan gedient, 27 seien im Einsatz gestorben. "Kein anderes Land kann diese Bilanz für den Einsatz im Golan nachweisen", betonte Klug. Die Freude über die Rückkehr der Soldaten habe aber einen bitteren Beigeschmack, erklärte er und fügte gleich hinzu, damit meine er nicht die Kritik an der Entscheidung zum Abzug.

"Ich weiß, Sie hätten ihren Einsatz gerne regulär beendet. Sie hätten Ihren Auftrag bis zum letzten Tag erfüllt und die Stellung auch unter schwierigsten Bedingungen gehalten – das ist das Holz, aus dem österreichische Soldaten und Soldatinnen geschnitzt sind." Er habe die UNO wiederholt auf die Lage am Golan hingewiesen, doch sei es zu keinen Verbesserungen für die Blauhelme gekommen. "Es vergeht kaum ein Tag ohne eine gewalttätige Auseinandersetzung."

"Die Entscheidung war nicht leicht"
Der Minister betonte erneut, die Entscheidung zum Abzug sei nicht leicht gewesen, doch drei Voraussetzungen seien für ihn nicht mehr gegeben gewesen, um den Einsatz fortzusetzen: "Die Überparteilichkeit der Blauhelme wird von den Partnern vor Ort nicht mehr außer Streit gestellt, die Versorgung der Soldaten kann ebenso wenig gewährleistet werden wie ihre Sicherheit." Die Lage in der Region habe sich von ihrer ursprünglichen Mission entfernt.

Die UNDOF-Mission wird trotz des Abzugs der Österreicher weiter bestehen. Das österreichische Kontingent wird durch Soldaten von den Fidschi-Inseln ersetzt, die nun größter Truppensteller sind. Auch Japan und Kroatien zogen sich heuer von der UNO-Mission zurück. Als einziger westlicher Staat beteiligt sich an dem Einsatz nun Irland, das im Juli ankündigte 114 Soldaten zu entsenden. Nach dem Abzug der Österreicher sind derzeit laut UNO 1.166 Blauhelme am Golan stationiert. Davon stellen die Fidschi-Inseln 501, die Phillippinen 339, Indien 193, Nepal 130 und Irland drei Soldaten.

UNO: "Situation in Pufferzone bleibt unberechenbar"
Die Sicherheitssituation bleibt laut UNO unberechenbar. Immer wieder erreichen die Gefechte zwischen der syrischen Armee und den Rebellen die eigentlich demilitarisierte Pufferzone. Die UNDOF setze den UN-Einsatz "in einem extrem schwierigen Einsatzumfeld fort", erklärte der Sprecher der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen, Kieran Dwyer, am Dienstagabend.

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