"Probleme gesehen"

Alpine-Betriebsrat: Desaster hat sich abgezeichnet

Wirtschaft
25.06.2013 16:57
Das Desaster um den insolventen Baukonzern Alpine GmbH habe sich schon länger abgezeichnet, sagte Zentralbetriebsrat Hermann Haneder (im Vordergrund) am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal". Er habe die Probleme gesehen und nichts dagegen tun können. "Das tut einem Betriebsrat weh." Dass die spanische Konzernführung die Zahlungen eingestellt habe, sei letztlich "enorm überraschend" gewesen.

"Bei den Angestellten in der Verwaltung fließen Tränen, die Bauarbeiter sind gefasster, die sind vieles gewohnt", sagte Haneder zur "Krone". "Es trifft halt immer die Kleinen", meint er resignierend. Für Bauarbeiter sei es unterm Strich aber immerhin leichter, wieder einen Job zu finden, als für jene, die im Büro arbeiten.

Spanier mit Geld und Geduld am Ende
Die Eigentümer aus Spanien hätten zuletzt klargemacht, dass sie zu viel Geld verloren hätten. Am Ende sei ihre Geduld erschöpft gewesen, so Haneder. Die Muttergesellschaft FCC unter der Präsidentin Esther Alcocer Koplowitz (kleines Bild) hatte in den vergangenen sieben Jahren rund 700 Millionen Euro in die Alpine gepumpt.

Der Aufsichtsrat sei mit Spaniern besetzt, "das Controlling auch nicht dementsprechend eingesetzt", sonst wären Ungereimtheiten im Ausland schon vor vier oder fünf Jahren aufgefallen und der Schaden bei Weitem nicht so groß gewesen, kritisierte Haneder, der als Personalvertreter die Aufsichtsratssitzungen begleitete. Derart dramatische Entwicklungen seien aber nicht absehbar gewesen.

Betriebsrat leidet mit
Haneder sagte, er leide mit den vielen Betroffenen - vor allem auch den Zulieferern wie Elektrikern oder Tischlern, die auf Rechnungen über 100.000 oder 300.000 Euro sitzenbleiben und nun "zusperren" könnten. Bei den Lieferanten treffe es noch einmal so viele wie die Alpine Beschäftigte hat, so Haneder, der auch Chef der Arbeiterkammer Niederösterreich ist.

Von der Pleite der Alpine GmbH betroffen sind rund 4.900 Mitarbeiter in Österreich (siehe Infobox) - die gesamte Alpine-Gruppe hat hierzulande rund 7.500 Beschäftigte.

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