Vierschanzentournee

Heim-Finale wird der größte Thriller aller Zeiten

Ski Nordisch
05.01.2025 08:27

Stefan Kraft feierte vor Teamkollegen Jan Hörl und Daniel Tschofenig den ersten Sieg am Bergisel. Das ÖSV-Trio ist vor dem großen Finale am Montag in Bischofshofen nur durch 1,3 Punkte getrennt.

„Ein größeres Geschenk kann man den Fans, unserem Team und dem Skiverband nicht machen“, war Cheftrainer Andreas Widhölzl überwältigt. Nach den Erfolgen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen sorgten Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Tschofenig für den ersten Dreifachsieg in Innsbruck seit 50 Jahren! Auch die rot-weiß-roten Fans waren nach der Flugshow der ÖSV-Adler auf der Bergiselschanze aus dem Häuschen. Fast alle harrten im Hexenkessel aus, um eine halbe Stunde nach Wettkampfende noch die Siegerehrung mitzuerleben.

„Meine Frau hat mir einen Eierlikör vorbeigebracht. Ich glaube, da werde ich im Bus eine Runde ausgeben“, grinste Stefan Kraft. Der Überflieger, der schon alle großen Adler-Trophäen gewonnen hat, erfüllte sich mit dem ersten Sieg am Bergisel einen lang gehegten Herzenswunsch: „Ich bin den Glückstränen sehr nahe. Der Erfolg zählt sicher zu meinen Top 3“.

In den Party-Modus fiel Kraft trotz aller Euphorie nicht, der Salzburger übernahm mit seinem 45. Weltcupsieg die Tournee-Führung: „Jetzt gibt es mal eine Lasagne, die habe ich mir extra bestellt. Das Feiern heben wir uns aber für Bischofshofen auf.“

Größter Thriller aller Zeiten
Das Tournee-Finale verspricht der größte Thriller in der Geschichte des Schanzenspektakels zu werden. Kraft, Jan Hörl (2.) und Daniel Tschofenig (3.) sind vor dem Springen am 6. Jänner nur durch 1,3 Punkte getrennt. Das ist auf dem riesigen Paul-Außerleitner-Bakken umgerechnet nicht einmal ein Weitenmeter.

Die brisante Ausgangslage sollte aber nicht für teaminterne Mätzchen sorgen. „Das bringt nichts. Wir sind oben alle nervös, da machen wir uns gemeinsam locker. Wir werden einen Schmäh haben, der Beste soll am Ende vorne sein“, stellte Kraft klar. Halbzeit-Sieger Hörl freute sich als Zweiter vor allem über seinen ersten 20er bei den Stilnoten: „Das ist schön. Es zeigt, dass ich da über den Sommer auch sehr gut gearbeitet habe.“

Mit einem Rückstand von nur 0,6 Punkten auf Kraft versprach Hörl vollen Angriff auf den Spitzenreiter: „Das ist nicht einmal gar nichts. Was am Ende rauskommt, sehen wir dann. Aber hoffentlich holt ein Österreicher den Adler.“

ÖSV-Jungstar Tschofenig baute mit dem ersten Stockerlplatz in Innsbruck die Weltcup-Führung aus, in der Tournee-Wertung geht der Kärntner als Nummer drei ins Finale: „Unser Abstand ist abartig. Jetzt wird es richtig, richtig spannend.“

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