Zunächst hatten sich die Einsatzkräfte der Exekutive und der Verdächtige ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel geliefert, bei dem der Mann - er kommunizierte per SMS - fortwährend den Übergabeort änderte, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Polizei in Salzburg.
Erpresser-"Phantom" lässt sich nicht blicken
Anfang April sollte das kriminelle Treiben dann zum ersten Mal ein Ende haben. Dutzende Einsatzkräfte lagen bei der vereinbarten Geldübergabe in Wien auf der Lauer – umsonst. Das "Phantom" ließ sich nicht blicken. Dann ein weiterer Zugriffsversuch der Polizei in Salzburg: Wieder standen etliche Polizisten bereit. Wieder tauchte der Erpresser nicht auf. Offenbar hatte er den Braten gerochen. Oder es handelte sich ohnehin nur um einen weiteren Testlauf für den nächsten "Termin" - dieser fand dann am Mittwochnachmittag auf dem Stephansplatz in der Wiener Innenstadt statt.
Wieder hatten die Ermittler den Zugriff minutiös vorbereitet: Bereits zu Mittag bezogen die Männer der Spezialeinheit Cobra inmitten des Fußgänger-Trubels rund um den vereinbarten Treffpunkt Stellung. Doch auch dieses Mal konnten sie nicht in Aktion treten. Auch wenn sich das "Phantom" an diesem Tag ganz in der Nähe aufhielt, wie eine Handy-Peilung ergab.
Geld sollte aus Zug geworfen werden
Allerdings konnte der Standort des Täters nicht exakt bestimmt werden - und auf dem Stephansplatz wäre die Jagd um diese Uhrzeit der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichgekommen. Doch der verdächtige Niederösterreicher konnte das Leben in Luxus offenbar nicht mehr erwarten - und so dauerte es nicht lange, bis er sich erneut meldete.
Erst sollte die Sporttasche mit den 3,6 Millionen Euro auf dem Bahnhof in Wien-Meidling deponiert werden. Dann wiederum in einem Lokal auf dem Westbahnhof. Doch auch diese Übergabe kam nicht zustande. Plötzlich sollte der Mittelsmann in einen Nachtzug in Richtung Venedig einsteigen und die Tasche während der Fahrt aus dem Waggon werfen. Die Zugfenster ließen sich aber nicht öffnen.
Verdächtiger in Mödling überwältigt
Schließlich wollte der Erpresser das Geld in Mödling abholen. Und diesmal tappte der 47-Jährige kurz vor 22 Uhr in die Falle: Als er sich die abgestellte Tasche mit dem Geld schnappen wollte, schlug die Spezialeinheit zu und nahm den Verdächtigen fest. Das Motiv für den Erpressungsversuch dürfte schlicht Geldnot gewesen sein. Ob es Mittäter gab, ist noch nicht geklärt.
Wie berichtet, hatte ein Erpresser dem Konzern im März gedroht, Getränkedosen mit Fäkalkeimen zu verunreinigen. Red Bull leistete den Geldforderungen jedoch nicht Folge und alarmierte stattdessen die Polizei. Mehrere Proben wurden daraufhin untersucht, Verunreinigungen wurden nicht gefunden.
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