Jahrzehntelang hat er den Österreichern im ORF in klaren Worten erklärt, wie und was in der Innenpolitik läuft. Ausgerechnet im Superwahljahr 2024 wurde Hans Bürger, der langjährige Leiter der Zeit im Bild-Innenpolitik, degradiert und weitgehend vom Bildschirm verbannt. Auch von einem lauten Seher-Protest gegen die Stummschaltung des beliebten Moderators und Kommentators ließ sich die Führung des Staatsfunks nicht beeindrucken. Zu sehen bekommt man ihn jetzt nur noch ganz selten – und das garantiert nicht in der ZiB. In dieser Woche „durfte“ er zwar die konstituierende Sitzung des Nationalrats moderieren und gestern die Nationalfeiertags-Sendung. Ist das nun sein ORF-Comeback?, wollte Conny Bischofberger von Hans Bürger in seinem ersten Interview seit seiner Ablöse wissen. Nein, das sei es nicht, sagt der spürbar angeschlagene Ex-Starmoderator, der auch zugibt, besonders im Wahlmonat September waren – wegen seiner Bildschirm-Absenz „dann wieder leichte Phantomschmerzen da“. Im Interview für die Feiertags- und Sonntagsausgabe der „Krone“ spricht Hans Bürger auch über den politischen Einfluss auf den ORF. Ja, die Versuche seien so alt wie der ORF selbst, aber als Führungskraft entwickle man über die Jahre hinweg eine Gelassenheit. Bürger wörtlich: „Wenn Leute schreien und drohen, dass das und jenes für deine berufliche Zukunft nicht gut sein werde, dann ist dir das irgendwann völlig wurscht.“ Darauf fragt Conny Bischofberger, wer denn drohe und schreie. Bürgers durchaus vielsagende Antwort: „Kein Kommentar“. Sicher eine gänzlich absurde Interpretation, nun zu glauben, „Schreier“ und „Droher“ hätten tatsächlich Einfluss auf die berufliche Zukunft von ORF-Mitarbeitern...
VdB und die Zuwanderer. Der Nationalfeiertag – stets auch ein Tag großer Reden. Der Bundespräsident appelliert in einer verlängerten Version seines Briefes an die „Krone“-Leser an die Gemeinsamkeit, schlägt einige thematische Pflöcke ein, fordert etwa Reformen unter anderem bei Sozialstaat, Pensionssystem, Gesundheit und Pflege ein, plädiert für eine Erhöhung der Produktivität, die Transformation der Industrie, eine neue wirkungsvolle Verteidigungspolitik und erwartet „endlich eine flächendeckend ganztägige Kinderbetreuung in Österreich“. Vor allem aber äußert er sich deutlicher als gewohnt in der Migrations- und Asylfrage, wenn er sagt, dass Zuwanderer nur willkommen seien, wenn sie Deutsch lernen, Kultur und Rechtssystem anerkennen und Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie den Respekt gegenüber Homosexuellen voll mittragen. Gut, das endlich auch von seiner Seite zu hören.
Kommen Sie gut durch den Sonntag!
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