Am Landesgericht Feldkirch müssen sich seit Mittwoch zwei in Vorarlberg wohnhafte Männer wegen Drogenhandels verantworten. Allerdings ist der wichtigste Zeuge spurlos verschwunden.
Beide sind hoch verschuldet, beide brauchten Geld. Da kam das Angebot, sich mit „Hollandfahrten“ 2000 Euro dazuzuverdienen, genau richtig. So zumindest schildert der Hauptangeklagte die Situation. Dass es sich dabei um Drogenkurierfahrten handelte, will er nicht gewusst haben. Es geht um knapp 20 Kilogramm Cannabis, ein Kilo Amphetamin und 1000 Ecstasy-Tabletten, die der Erstangeklagte, ein 38-jähriger Bosnier, im Zeitraum Mai bis Juli dieses Jahres von Holland nach Vorarlberg geschmuggelt und weitergegeben beziehungsweise weiterverkauft haben soll.
In präparierten Autos wurden die Drogen in insgesamt fünf Tranchen über die Grenze geschafft. Wobei der Zweitangeklagte, ein 44-jähriger Österreicher mit Migrationshintergrund, als Beitragstäter gilt, da er sein Auto dem Erstangeklagten zur Verfügung gestellt hatte. Laut Ausführungen des Staatsanwaltes soll der Komplize zudem das im Wagen geschmuggelte Cannabis in einer Werkstätte wieder ausgebaut und dem Erstangeklagten übergeben haben.
Im Falle eines Schuldspruchs drohen den Männern bis zu 15 Jahre Haft. Ins Visier der Polizei geraten waren die beiden Angeklagten unter anderem aufgrund belastender Aussagen eines ehemals wegen Drogenschulden entführten Dealers. Da der nunmehrige Hauptzeuge jedoch mittlerweile untergetaucht ist, hieß es am frühen Mittwochnachmittag nach zweistündiger Verhandlung: Der Prozess wird auf unbestimmte Zeit vertagt.
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