Wer ist „NoName057(16)“ und was hat er vor? Mitten im Wahlkampffinale beschäftigen sich Österreichs Parteien und auch der ORF auch noch mit dieser Frage. Der Cyber-Angreifer mit Moskau-Nähe steckt hinter gleich mehreren, meist gescheiterten Hackerangriffen, die teils bis Dienstagfrüh andauerten. Ein Experte schlägt Alarm. Und ein russisches Hacker-Kollektiv erklärt nun sogar offiziell, die Wahl am Sonntag manipulieren zu wollen.
„Zwischenzeitlich nicht erreichbar“ und „vorübergehend offline“ war am Montag auf den Webseiten mehrerer Parteien zu lesen. Hacker-Angriffe wurden auf die ÖVP-Bundespartei, deren Tiroler Landespartei, wie die „Krone“ erfuhr, aber auch auf die Webseite der SPÖ, jene der FPÖ und des ORF durchgeführt. Auch das Finanzministerium und der Rechnungshof wurden Opfer von Attacken. Fast alle Angriffe konnten abgewehrt, Daten der Parteiserver geschützt werden.
Angriffe nur eine Generalprobe?
Die sogenannten DDoS-Attacken, darunter versteht man verteilte Netzwerkangriffe (Distributed Denial-of-Service), wurden allesamt ungefähr zur selben Uhrzeit (gegen 17 Uhr) und wohl nicht zufällig kurz vor der Nationalratswahl am Sonntag durchgeführt. Waren diese Attacken vielleicht nur Probeangriffe, für einen viel größeren Übergriff am Sonntag? Ein Experte schlägt Alarm.
„Dahinter steckt ein Cyber-Angreifer mit Moskau-Nähe“, weiß Cornelius Granig, Leiter des Universitätsinstituts für Sicherheitsforschung und Krisenmanagement an der Sigmund Freud PrivatUniversität. Laut Granig schieße sich der Hacker kurz vor der Wahl auf die politischen Parteien in Österreich ein. „Ich halte das für ein Ablenkungsmanöver, offenbar will jemand Verwirrung stiften. Wer weiß, was bis Sonntag sonst noch alles kommt“, erklärt Granig.
„NoName057(16)“ lautet das Pseudonym des Hackers. Er ist aber offenbar nur einer von vielen, wie die „Krone“ aus gut informierten Sicherheitskreisen erfuhr. Auf Telegram hat sich bereits ein russisches Hacker-Kollektiv bekannt und erklärt, die Nationalratswahl am Sonntag sabotieren zu wollen. Das Innenministerium ist informiert, die heimischen Behörden sind spätestens ab jetzt gewarnt.
Auch im ORF bereitet man sich Tagen auf einen Hackangriff vor und ist in höchster Alarmbereitschaft. Damit am Sonntagabend, wenn die erste Hochrechnung von der Nationalratswahl präsentiert wird, der ORF nicht durch einen Hackerangriff offline geht.
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