Elf von 32 Notarztstützpunkten in Niederösterreich sollen aufgelassen werden. Seit die Liste bekannt ist, herrscht Aufruhr. Gleich zwei Regionen sagten am Donnerstag dem umstrittenen Gesundheitspakt des Landes den Kampf an.
Notärzte, Einsatzorganisationen, Bürgermeister und viele andere – an so gut wie allen Standorten der von der Schließung bedrohten Notarztstützpunkte formiert sich eine breite Phalanx gegen den vom Land beschlossenen Gesundheitspakt. Darin steht, dass elf der 32 Stellen zusperren müssen.
Landesrätin muss Beschluss umsetzen
Gesundheitslandesrätin Eva Prischl (SPÖ), die erst nach der Präsentation des Paktes ihren Posten antrat, muss diesen nun umsetzen. Monatelang gab es bereits Gespräche, seitdem die „Krone“ die konkrete Liste der betroffenen Notarztstellen veröffentlichte, schaukeln sich die Wogen des Protests immer weiter auf.
Den Stützpunkten Ybbs, Waidhofen an der Ybbs, Pöggstall, Groß Gerungs, Raabs an der Thaya, Retz, Purkersdorf, Klosterneuburg, Groß-Enzersdorf, Aspang-Markt und Hainburg droht die Schließung.
Zwei Kampfansagen an einem Tag
Am Mittwoch wurden in Ybbs an der Donau und Waidhofen an der Ybbs gleich zu zwei Kampfansagen gegen das Land und den beschlossenen Gesundheitspakt aufgerufen. „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen und um den Notarztstützpunkt Ybbs-Persenbeug kämpfen. Für medizinisch rasche Hilfe vor Ort wäre dies ein riesiger Rückschritt für die Bevölkerung“, kritisiert SPÖ-Nationalrat Alois Schroll heftig.
Wir betreuen fast 50 Gemeinden im Mostviertel, fahren etwa 1000 Einsätze pro Jahr. Ich hoffe, dass die hohe Politik alles nochmals überdenkt.

Tarik Farahat, Leiter der Rotkreuz-Stelle Ybbs
Bild: Franz Crepaz
„Ein unverzeihlicher Fehler, das so gut funktionierende System einfach einzustellen“, kämpft auch die Ybbser Stadtchefin Ulrike Schachner mit ihrem Kollegen aus Wieselburg, Sepp Leitner gegen die Landespläne. „Eine Schließung käme einer Bankrotterklärung für unser eigentlich bestens funktionierendes System gleich“, findet der Ybbser Rotkreuz-Chef Tarik Farahat klare Worte.
„Menschenleben werden aufs Spiel gesetzt“
In Waidhofen an der Ybbs, wo der Notarzt-Rayon bis über die Landesgrenzen nach Oberösterreich und die Steiermark reicht, gab es gestern eine Kampfansage. „Wie kann man Menschenleben aufs Spiel setzen, indem man sagt: Pech – eure Region ist halt dünner besiedelt“, versteht Stadtchef Werner Krammer die Welt nicht mehr.
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