Nehammer bei Gipfel
Pegelstand 6,31 Meter: Flutwelle erreicht Breslau
In Polen hat die Flutwelle am Donnerstag die Stadt Breslau erreicht. Der Wasserstand beträgt Angaben des Krisenstabs 6,31 Meter, die Lage beginnt sich aber zu stabilisieren. Normal ist ein Wasserstand von etwa drei Metern. Am Nachmittag findet ein internationaler Hochwasser-Gipfel statt, bei dem auch Kanzler Karl Nehammer dabei sein wird.
Die jetzige Flutwelle in Polen ist deutlich niedriger als beim Oderhochwasser 1997, als der Wasserstand 7,24 Meter erreichte. Regierungschef Donald Tusk warnte bei einer Sitzung des Krisenstabs jedoch davor, die Situation zu unterschätzen. „Es ist zu früh, um den Sieg über das Hochwasser bei Breslau zu verkünden.“ Man müsse die Lage weiter im Auge behalten.
Nehammer bei Hochwasser-Gipfel
Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) reist zum Gipfel, zu dem Tusk die Regierungschefs der betroffenen Länder eingeladen hat, um über Schutzmaßnahmen und den Wiederaufbau beraten.
Nehammer tritt für eine erhebliche finanzielle Unterstützung aus europäischen Fonds sowie für gezielte Hilfsprogramme ein, die speziell für Naturkatastrophen entwickelt wurden. Vor seiner Abreise erklärte er: „Wir müssen die EU-Instrumente, die für Katastrophen wie diese geschaffen wurden, nutzen.“ Er hoffe, dass Brüssel Solidarität zeige, wie dies bereits bei früheren Überschwemmungen, Bränden und anderen Katastrophen in der EU geschehen sei. Mit dem gemeinsamen Auftreten in Breslau solle eine „stärkere Wirkung“ entfaltet werden.
Vorsichtige Entwarnung in Deutschland
In einigen Hochwassergebieten Deutschlands schwollen am Mittwoch die Flüsse noch an. In Dresden stieg die Elbe über die Marke von sechs Metern. Dort wie auch in Schöna an der Grenze zu Tschechien wird der Hochwasserscheitel am Donnerstag erwartet. Vorsichtige Entwarnung gibt es entlang anderer Flüsse im Osten und Süden Deutschlands. In Brandenburg hingegen dürfte die Oder in den nächsten Tagen noch mehr Wasser bringen.
Aufräumarbeiten in Österreich
In den Hochwassergebieten von Polen über Tschechien bis nach Österreich begannen mittlerweile die Aufräumarbeiten, doch die Lage entspannte sich nur langsam. Die Einsatzkräfte kämpften vielerorts noch mit den Wassermassen. In Polen und Tschechien unterstützen auch Soldaten. Allerdings gaben die Behörden noch keine Entwarnung. Bisher kamen in Mittel- und Osteuropa 23 Menschen ums Leben.
Große Probleme in Italien
Ein Wirbelsturm und anhaltende Regenfälle in der norditalienischen Region Emilia Romagna haben in der Nacht auf Donnerstag Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Besonders betroffen sind die Provinzen Bologna, Forli, Cesena und Ravenna sowie in Rimini, wo die Schulen gemäß den Verordnungen der Gemeinden am Donnerstag geschlossen bleiben. Der hohe Wasserstand der Flüsse verursachte große Probleme.
Mehr als 1000 Menschen wurden in der gesamten Region Emilia-Romagna evakuiert, nachdem sich die Wetterlage drastisch verschlechtert hatte. Zusätzlich zu den 800 Personen, die in der Provinz Ravenna evakuiert wurden, wurden weitere 165 Personen in der Region Bologna vertrieben. Sie alle verbrachten die Nacht in den von den Gemeinden bereitgestellten Aufnahmezentren.











Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.