„Eine Watschn! Bürokratisches Versagen!“ Klagenfurter Sport-Klubs stöhnen wegen drastischer Kosten-Erhöhung für die Turnsaal-Stunden. Sportamtsleiter Mario Polak erklärt die Sachlage.
Die Klagenfurter Sportvereine stöhnen! Weil wieder hohe Rechnungen ins Haus flatterten. Denn die Stundenpreise für Turnsäle (in Pflicht- und Mittelschulen) der Landeshauptstadt wurden ja 2023 drastisch erhöht. Waren es da noch 70 Cent pro Stunde, so muss man jetzt gar bis zu zwölf Euro blechen. Was eine schlagartige Erhöhung von 1614 Prozent ergibt!
„Gehalt des Magistratsdirektors. . .“
Für die Obfrau von Bundesligist VBK Klagenfurt, Karin Frühbauer, eine nicht nachvollziehbare „Preis-Explosion“. „Ich musste die Mitgliedsbeiträge massiv erhöhen – so wurde es auch vom Sportamt gefordert. Es war eine Watschn!“, ärgert sich Frühbauer und betont: „Langsam müsste die Stadt schauen, ob man für den Sport nicht Budget aus den Sozial-, Gesundheits- und Präventions-Töpfen erhalten kann, wenn man ja nur noch sparen muss. Oder vom Gehalt des Magistratsdirektors könnten wir als Verein viele Jahre leben. . .“
In dieselbe Kerbe schlägt Andi Kuttnig, Sportchef von Basketball-Zweitligist Wörthersee Klagenfurt. „Mir ist klar, dass die 70 Cent damals ein Geschenk waren. Aber für mich ist’s ein bürokratisches Versagen der Stadt, dass man mit einem Schlag eine derart massive Erhöhung macht. Hier trifft es ja in erster Linie die vielen Kids, die Sport betreiben“, seufzt der Piraten-Boss.
„Dann müssen wir aufhören. . .“
Ein schwerer Schlag war’s für die Behindertensportgruppe Klagenfurt. „Wir hatten 50 Jahre eine Vereinbarung mit der Stadt, dass Kriegsversehrte nichts zahlen. Der Kärntner Behindertensportverband unterstützt uns jetzt finanziell solange es geht – wenn nicht mehr, müssen wir aufhören mit dem Hallensport“, so BSG-Chef Guntram Hallegger.
„Klubs haben Hallen zum Nulltarif!“
Klagenfurts Sportamtsleiter Mario Polak erklärt die Sachlage. „Der alte Tarif war dank Sonderförderungen möglich und natürlich ist die Differenz jetzt groß. Aber die Bundesligisten erhalten ihre Sporthallen für die Kampfmannschaften ja nach wie vor zum Nulltarif, zudem weitere Förderungen. Alles kostenlos geht nicht mehr, auch wir haben Einnahmen zu erzielen – und unsere Preise sind weitaus billiger als in anderen Städten“, so Polak.
Dass das Land nun wohl 1,2 Millionen Euro für den Sport einsparen wird müssen, kommt da zudem auch alles andere als gelegen. . .
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