Die Täter hatten eine brennbare Flüssigkeit verschüttet und angezündet. Die darauf folgende explosionsartige Verpuffung verwüstete die Pizzeria, im Yildiz Kultur- und Sportverein wurde "nur" der Boden versengt. Doch der Schock sitzt sehr tief. Parolen, die in türkischer Sprache an die Wände geschmiert worden waren, deuten jedenfalls auf radikale Kräfte. Sinngemäß lauten die hinterlassenen Kritzeleien: "Die Gefallenen sind nicht tot, das Vaterland kann nicht gespalten werden." Laut Gürcan könnte dies eine Anspielung sein, dass der türkische Verein auch Aleviten bzw. Kurden aufnimmt. Dies sei radikal-nationalistischen Türken womöglich ein Dorn im Auge.
Opfer wollen gegen Gewalt demonstrieren
Gürcan und seine Vereinskollegen leben nun in Angst: "Es herrscht ein sehr ungutes Gefühl." Der Verein will am Montag Kontakt mit der Stadt Wörgl aufnehmen, um eine Kundgebung gegen Gewalt zu veranstalten. Laut Gürcan habe es schon vor einiger Zeit einen Vorfall gegeben, bei dem Parolen an die Wände geschmiert worden waren.
Die beiden durch die Explosion verletzten Männer, die vor dem Eingang waren, kennt Gürcan laut eigenen Angaben nicht. Beim Verein glaubt man allerdings, dass es sich dabei um zwei von insgesamt drei Brandstiftern handeln könnte.
Polizei will Tätertheorie nicht kommentieren
Die Polizei wollte die Vermutung des türkischen Vereins, dass Landsleute hinter dem Brandanschlag stehen könnten, am Sonntag nicht kommentieren. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", sagte Markus Hammerl vom Landeskriminalamt knapp. Ein Zusammenhang mit einem Handgranaten-Anschlag auf ein serbisches Café in Innsbruck (siehe Infobox) wird derzeit nicht vermutet.
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