Es ist schon so langweilig. Immer wenn eine politische Partei, egal ob Türkis, Grün, Rot, Blau oder Pink, mit einer neuen Idee aufhorchen lässt, wird diese von den jeweiligen anderen Parteien sofort schlechtgeredet.
Wie die Großelternkarenz, für die Familienministerin Susanne Raab und Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec (beide ÖVP) am Welttag der Großeltern (28. Juli) die Werbetrommel rührten.
Reflexartig kommen seither alle möglichen und unmöglichen Gegenargumente. Der grüne Koalitionspartner warnt vor einem „Überstülpen“ von Betreuungspflichten. Als würden Großväter und Großmütter künftig gezwungen, auf ihre Enkelkinder aufzupassen, um dafür Geld zu bekommen. Die „Omas gegen Rechts“ nennen den Plan „einfallslos“ und „gefährlich“, für den ÖGB kommt er „aus der Mottenkiste“.
Die Großelternkarenz ist nämlich nicht ganz neu. Unter Viktor Orban können ungarische Großeltern schon seit längerem Kinderbetreuungsgeld beantragen. Schweden, mittlerweile moderat rechts regiert, hat die Großelternkarenz ebenfalls eingeführt. Mit dem linken Auge betrachtet ist sie demnach also verstaubt. Für die Gewerkschaft bedeutet sie sogar das „Ende einer öffentlichen und kostenfreien Kinderbetreuung“.
Der Bundespräsident hatte schon Recht: Diese Entweder-Oder-Mentalität nervt. Entweder die Idee stammt von uns, oder sie ist schlecht. Versetzen wir ihr also gleich den Todesstoß, weil sonst müssten wir ja unsere ideologischen Scheuklappen ablegen.
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