Niveau bleibt hoch

Kirchenaustritte gingen 2012 um 11 Prozent zurück

Österreich
08.01.2013 11:26
Die Austrittswelle bei den Katholiken flacht weiterhin ein wenig ab, bleibt aber auf hohem Niveau: 2012 verließen 52.425 Personen die Kirche. Das bedeutet einen Rückgang um rund 11,2 Prozent gegenüber 2011 (59.023). Die Zahl der Priester und Gottesdienstbesucher ist ebenso rückläufig. Kardinal Christoph Schönborn stellte dazu fest, dass Österreich auch weiterhin ein christlich geprägtes Land bleibe.

Derzeit gibt es 5,36 Millionen Katholiken in Österreich, Ende 2011 waren es noch 5,4 Millionen, berichtete die "Kathpress" am Dienstag. 4.483 Personen wurden im vergangenen Jahr neu oder wieder aufgenommen.

Einen Höhepunkt hatten die Austritte 2010 erreicht, nachdem zahlreiche Missbrauchsfälle, die teils vor Jahrzehnten stattgefunden hatten, bekannt geworden waren. Damals kehrten 85.960 Personen der Kirche den Rücken, im Jahr darauf waren es 59.023.

Mit den im vergangenen Jahr 52.425 Austritten liegt die Kirche allerdings noch immer leicht über dem Niveau von 2004, nachdem der Sex-Skandal im Priesterseminar St. Pölten publik geworden war.

Österreich bleibt christlich geprägt
Optimistisch kommentierte Kardinal Christoph Schönborn die Mitgliederzahlen der römisch-katholischen Kirche: Auch wenn die Zahl der Kirchenmitglieder in Österreich langsam sinke, bleibe Österreich weiterhin ein christlich geprägtes Land, meinte er am Dienstag. Jeder einzelne Austritt sei schmerzlich, 5,36 Millionen Katholiken seien aber immer noch eine beachtliche Größe und auch bei Weitem nicht die gesamte christliche Realität in Österreich.

Immer noch 78 Prozent aller Menschen in Österreich seien Mitglied einer christlichen Kirche, betonte Schönborn. Neben der römisch-katholischen vor allem auch der evangelischen, orthodoxen oder der altorientalischen Kirchen. Zudem seien 85 Prozent der in Österreich lebenden Menschen Getaufte, wenn auch "leider nicht wenige" im Laufe ihres Lebens aus der Kirche ausgetreten seien.

Die Zahlen zu den Kirchenaustritten in den einzelnen Diözesen: siehe Infobox!

Zahl der Priester weiter rückläufig
Auch die offizielle Kirchenstatistik für 2011 wurde am Dienstag von der Bischofskonferenz veröffentlicht. Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester ist laut dieser von 4.066 im Jahr 2010 auf 4.035 im Jahr 2011 weiter zurückgegangen. Rückläufig ist auch die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher. Wurden an den "Zählsonntagen" 2010 noch bis zu 695.000 Messbesucher gezählt, waren es 2011 nur mehr bis zu 680.000.

Zudem legte die römisch-katholische Kirche auch die Finanzgebarung der Diözesen für das Jahr 2011 offen. Die Summe der Einnahmen in den katholischen Diözesen betrug laut veröffentlichter Bilanz fast 495,9 Millionen Euro, 2010 waren es noch 498,6 Millionen Euro. Der Großteil davon stammt aus dem Kirchenbeitrag, dessen Anteil leicht gestiegen ist. Die Ausgaben der Diözesen machten im Jahr 2011 490,6 Millionen Euro aus (2010: 501,5 Millionen) - den größten Anteil daran hatten die Personalkosten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
08.01.2013 11:26
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung