Im Vorjahr sind 140 Menschen aus Afghanistan und Syrien freiwillig ausgereist. Insgesamt machen Europäerinnen und Europäer den größten Teil der Abgeschobenen aus, wie die Antwort einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Hannes Amesbauer (FPÖ) jetzt zeigt.
An der Spitze der Zielländer stand im Vorjahr die Slowakei (600), gefolgt von Ungarn, Rumänien, Polen und als erstes Nicht-EU-Land Serbien. Bei den freiwilligen Ausreisen lag die Türkei im ersten Jahresdrittel an der Spitze, auf dem zweiten und dritten Platz landen Serbien und Georgien. 101 Menschen wählten den Weg Richtung Syrien, für 39 ging es nach Afghanistan.
Zuletzt hatte der Verfassungsgerichtshof es für zulässig erklärt, einzelne Personen wieder nach Afghanistan abzuschieben. Das Argument: Die Situation unter dem Taliban-Regime habe sich bis zu einem gewissen Grad stabilisiert. Das Leben und die Unversehrtheit der Menschen in dem Land seien nicht mehr durch internationale oder innerstaatliche Konflikte bedroht. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) würde zudem gerne wieder in sichere Regionen in Syrien abschieben.
Hohe Kosten für Außerlandesbringungen
Die Außerlandesbringungen verursachen aber hohe Kosten: 3,7 Millionen wurden dafür im Vorjahr aufgebracht, davon 303.000 Euro für die Abschiebung von 22 Menschen in den Irak und 60.600 Euro für drei Personen nach Kolumbien und eine in die Dominikanische Republik. Innerhalb Europas ist eine Außerlandesbringung ebenfalls nicht günstig: Für 58 Rückgeführte nach Bulgarien wurden 425.000 Euro fällig.
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