Eine Studie aus den USA hat erschreckende Erkenntnisse zutage gefördertt: Wissenschaftler der University of California haben Tampons unter die Lupe genommen und auf Schadstoffe geprüft. „Besorgniserregend ist, dass wir Konzentrationen aller Metalle gefunden haben, auf die wir getestet haben, einschließlich giftiger Metalle wie Arsen und Blei“, erklärte die Studienautorin Jenni A. Shearston.
Erstmals wurden Tampons auf ihren Metallwert getestet – es wurden 30 Tampons von 14 verschiedenen Marken aus den USA, der EU und Großbritannien geprüft – um welche Produkte es sich genau handelt, wurde nicht bekannt gegeben.
„Obwohl toxische Metalle allgegenwärtig und wir jederzeit geringen Mengen ausgesetzt sind, zeigt unsere Studie, dass Metalle auch in Menstruations-Produkten stecken und Frauen dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt sein könnten“, so die Mitautorin Kathrin Schilling.
Studienautorin: „Bisher nur sehr wenig geforscht“
Besonders dramatisch: Über die Haut der Vagina können Schadstoffe noch leichter in den Körper gelangen als über andere Hautregionen. „Trotz dieses großen Potenzials für die öffentliche Gesundheit wurde bisher nur sehr wenig geforscht, um die Chemikalien in Tampons zu messen“, warnt Shearston.
Die Tampons wurden auf den Gehalt von 16 Metallen getestet – Arsen, Barium, Kalzium, Cadmium, Kobalt, Chrom, Kupfer, Eisen, Mangan, Quecksilber, Nickel, Blei, Selen, Strontium, Vanadium und Zink. Laut den Forschern wurden unterschiedliche Konzentrationen an Schadstoffen festgestellt. Je nachdem, ob die Tampons in den USA oder Europa gekauft wurden oder ob es sich um Bio-Produkte handelte.
Auch Bio-Produkte enthielten giftige Metalle
Metall konnte in jedem Testobjekt nachgewiesen werden. In Nicht-Bio-Produkten sei die Bleikonzentration höher gewesen, in Bio-Produkten dagegen die Arsenkonzentration. Wie die Tampons kontaminiert wurden, können die Forscher nicht sagen – sie weisen jedoch auf ein höheres Risiko für Demenz, Unfruchtbarkeit, Diabetes und Krebs durch die Verunreinigungen hin.
„Ich hoffe wirklich, dass die Hersteller verpflichtet werden, ihre Produkte auf Metalle zu testen, insbesondere auf toxische Metalle“, hofft Stearson, dass die Studienergebnisse zu Maßnahmen führen. „Es wäre spannend zu sehen, wie die Öffentlichkeit dies fordert oder eine bessere Kennzeichnung von Tampons und anderen Menstruationsprodukten verlangt.“
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