Es war die Grüne Sigrid Maurer, die 2017, als ihre Partei aus dem Nationalrat flog, ein Bild postete, auf dem sie ihren Kritikern den sogenannten „Stinkefinger“ zeigte. Die damalige Empörung ist längst vergessen. Allerdings empört man sich in diesen Tagen über ein anderes Handzeichen, nämlich über jenes, das der türkische Torschütze Demiral beim EM-Spiel gegen Österreich triumphierend zeigte: den sogenannten „Wolfsgruß“.
EINERSEITS wissen wir, dass Zeichen extremistischer Gruppierungen bei uns seit einiger Zeit verboten sind. Und dazu gehören die türkischen „Grauen Wölfe“ und ihr „Gruß“.
ANDERERSEITS scheint die Political Correctness und der damit verbundene, immer exzessiver werdende Reglementierungswahn mit seinen Vorschriften und Verboten langsam skurrile Formen anzunehmen: Absolut legitimerweise sind die grafischen Symbole totalitärer Systeme der Vergangenheit verboten. Indessen aber gibt es nun schon Worte und Formulierungen, wie das „N-Wort“, die früher unbefangen im Duden standen, die man heute nur mehr bei völliger gesellschaftlicher Ächtung verwenden darf. Und nunmehr sind es eben auch Handzeichen, die in die Verbotszone gelangt sind.
Früher bedeuteten gespreizter Ringfinger und kleiner Finger „Cornuto“, also „Gehörnter“, eine schwere Beleidigung für Italiener. Und unwirsche Zeitgenossen zeigten einemden Vogel, oder eben den „Stinkefinger“. Höchst unfein, aber längst kein Grund für politische Erregung.
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