Die UEFA greift durch! Türkei-Profi Merih Demiral wird wegen des Wolfsgrußes im EM-Achtelfinale gegen Österreich nach ersten Informationen für zwei EM-Spiele gesperrt.
Es ist ein handfester EM-Skandal! Demiral hat nach seinem zweiten Treffer gegen Österreich am Dienstagabend im Leipziger Stadion mit beiden Händen den sogenannten Wolfsgruß, ein Handzeichen und Symbol der „Grauen Wölfe“ in den Nachthimmel gezeigt – und damit eine klare Botschaft in die Welt entsendet.
Als „Graue Wölfe“ werden die Anhänger der rechtsextremistischen „Ülkücü-Bewegung“ bezeichnet, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. In der Türkei ist die ultranationalistische MHP ihre politische Vertretung und Bündnispartnerin der islamisch-konservativen AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan. MHP-Chef Devlet Bahceli bezeichnete die Einleitung des Verfahrens der UEFA als „Provokation“. Der Schritt sei „äußerst voreingenommen und falsch“. Die UEFA springe damit auf „den Zug des Übels“ derer auf, „die den Türken und der Türkei offensichtlich feindlich gesinnt sind“.
Verteidigungsfrist läuft
Europas Fußballverband UEFA griff nun aber hart durch und sperrte den Türken wegen einer Botschaft mit politischem Inhalt für die nächsten zwei Spiele. Das berichtet die deutsche „Bild“-Zeitung.
Damit fehlt Demiral im Viertelfinale gegen die Niederlande sowie bei einem möglichen Aufstieg, womit die EM für den Türken-Torjäger wohl vorbei ist. Offiziell soll die Sperre dennoch erst am Freitag verkündet werden, weil es bis Freitagmorgen für den türkischen Verband eine Verteidigungsfrist gibt, damit dieser Argumente gegen eine Sperre vorlegen kann.

Wiederholungstäter
Demiral stand übrigens schon einmal im Fokus einer politischen Debatte. Bei einem Spiel in Frankreich 2019 hatten viele türkische Nationalspieler mit dem Militärgruß salutiert, um damit die türkischen Streitkräfte zu unterstützen, die am Militäreinsatz gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien beteiligt sind. Damals gab es einen kurzen Disput zwischen Demiral und Kaan Ayhan. Demiral soll seinen Mitspieler dazu animiert haben, ebenfalls zu salutieren.
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