Mo, 18. Juni 2018

Dank "Cassini"-Sonde

17.12.2012 14:53

Forscher entdecken auf Saturnmond Titan "kleinen Nil"

Die Raumsonde "Cassini" hat ein Bild zur Erde gefunkt, das ein Flusssystem auf dem Saturnmond Titan zeigt. Auf der mittels Radar gemachten Aufnahme ist ein rund 400 Kilometer langer Strom zu erkennen, der in das Kraken Mare in der Nordpolregion des Mondes mündet und die Wissenschaftler der NASA an eine extraterritoriale Mini-Version des Nils erinnert.

Die hochauflösende "Cassini"-Aufnahme wurde bereits am 26. September zur Erde gefunkt, aber erst jetzt von der NASA veröffentlicht. Laut Angaben der Astronomen ist es das erste Mal, dass ein Flusssystem dieser Größe außerhalb unserer Erde entdeckt worden ist.

Das Flusstal erstreckt sich von seinem Quellgebiet bis zum sogenannten Kraken Mare, einem riesigen See, der mit einer Fläche von rund 400.000 Quadratkilometern größer sein dürfte als das Kaspische Meer. Freilich: Wasser fließt in dem Flußbett nicht (dafür ist es auf Titan, auf dem eine Temperatur von minus 180 Grad Celsius herrscht, schlicht zu kalt), dafür aber vermutlich ein Gemisch aus den Kohlenwasserstoffen Methan und Ethan.

Titan größter Mond des Saturn
Mit einem Durchmesser von 5.150 Kilometern ist Titan (kleines Bild links) der größte der über 60 Saturnmonde und der einzige, der über eine Atmosphäre verfügt. Wie die Erde verfügt Titan über einen Flüssigkeitskreislauf, wobei auf dem Saturnmond statt Wasser Methan und Ethan zirkulieren. Wegen der stickstoffreichen und dichten Atmosphäre sowie des Vorhandenseins von Flüssigkeiten in selbiger gilt Titan als der erdähnlichste Himmelskörper unseres Sonnensystems.

Ende der "Cassini"-Mission für 2017 geplant
"Cassini" (kleines Bild rechts) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Weltraumbehörden Europas und der USA. Die Raumsonde wurde anno 1997 auf die Reise geschickt und umkreist den Saturn bereits seit dem Jahr 2004. Sie hat seither teils revolutionäre Erkenntnisse in Bezug auf den Saturn und seine zahlreichen Monde geliefert.

Die Mission wurde bereits mehrfach verlängert, aktuell ist ihr Ende für September 2017 geplant. Dann ist der Treibstoffvorrat der Sonde aufgebraucht, und sie soll kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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