Der Stainzer Gemeinderat zog einen Schlussstrich unter monatelange, teils hitzig geführte Debatten: Das umstrittene Hotelprojekt im malerischen Engelweingarten wurde abgesegnet. Die Gegner protestieren.
Ein Luxushotel statt eines (bereits geschlossenen) urigen Gasthauses, elf Chalets – offiziell „Weingartenhäuschen“ genannt – mitten im historischen Engelweingarten von Stainz: Geht es nach einem Grazer Investor und dem örtlichen Gemeinderat, bleibt in der Grün-Idylle der weststeirischen Schilcherstadt kein Stein mehr auf dem anderen. Eine große Mehrheit aus ÖVP, SPÖ und Parteilosen segnete Donnerstagabend das umstrittene Tourismusprojekt ab – gegen den Willen einer Bürgerinitiative, die seit Monaten massiv Stimmung gegen Pläne gemacht hatte.
Klargestellt wurde zwar, dass Zweitwohnsitze ausgeschlossen sind und die neue Urlauberherberge nicht höher sein darf als das alte Wirtshaus – Anrainer und Kritiker können diese Auflagen allerdings nicht besänftigen. Sie fürchten um die Lebensqualität und kündigen an, vors Höchstgericht zu ziehen. Notwendig geworden war der neue Gemeinderats-Beschluss nach haarsträubenden Verfahrensmängeln: So war die Ausweisung von 17.000 Quadratmetern Bauland – mittlerweile auf gut 15.000 geschrumpft – an der Öffentlichkeit vorbei durchgewunken worden.
Möglicherweise mit Folgen für den Bürgermeister: Gegen Karl Bohnstingl (ÖVP) wird wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs ermittelt.
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