Zwist um Start-Klappen

Nach Skandal: Sprint-Zeiten aus Afrika gestrichen!

Sport-Mix
26.06.2024 13:05
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

Alle Sprintzeiten der Afrika-Meisterschaften in Douala (Kamerun) sind aus den offiziellen Ergebnissen auf der Seite der World Athletics gestrichen worden!

Die Läufe wurden statt mit einer Startpistole mit einer Startklappe – wie sie beispielsweise aus dem Schulsport bekannt sind – ausgelöst. Die „Krone“ hatte von diesem Skandal berichtet. Die Ergebnisse werden jetzt nicht mehr in der „Road to Paris“, der Qualifikations-Rangliste für die Olympischen Spiele, berücksichtigt. Hingegen werden die Zeiten mit „UNC“ („uncertified“) geführt.

Vollelektronische Zeitmessung mehr als zweifelhaft
Kaum denkbar, dass diese Zeiten nach einem möglichen Protest aus Afrika und einer neuerlichen Überprüfung im Endeffekt als offizielle Ergebnisse auftauchen. Denn eine vollelektronische Zeitmessung ist mit diesem Startvorgang mehr als zweifelhaft. Die Qualifikations-Frist für Paris endet in der Leichtathletik an diesem Sonntag. Bei der World Athletics waren weltweit Proteste gegen die Sprintzeiten der Afrika-Meisterschaften eingegangen.

Strametz rückt wieder vor
Aus österreichischer Sicht war in diesem Fall Hürden-Ass Karin Strametz betroffen. Denn die Siegerin der Afrika-Meisterschaften, Eloy Morrison (Liberia), wurde mit ihren 12,70 (regulärer Rückenwind von 1,1 m/sek) in der „Road to Paris“ seit Tagen als Direkt-Qualifizierte für die Olympischen Spiele („Qualified by Entry Standard“) geführt.

Am Mittwoch flog sie – wie die anderen Sprinter auch – aus den Ergebnislisten. Bei der „World Athletics“ wird auch sie mit ihren 12,70 Sekunden unter „UNC“ gelistet. Strametz war wegen Eloy Morrison auf den 39. Platz dieser Qualifikations-Liste zurückgefallen, jetzt ist sie wieder auf Platz 38. Nur 40 Hürdensprinterinnen sind bei den Spielen in Paris zugelassen.

Klarheit am Wochenende
Direkt betroffen durch Ergebnisse aus Kamerun war von den anderen österreichischen Sprintern niemand. Markus Fuchs liegt über 100 m vor dem Quali-Ende am Sonntag auf dem 46. Platz (56 Sprinter sind zugelassen) und Enzo Diessl auf Platz 36 (von 40).

Strametz, Fuchs und Enzo Diessl können am Wochenende bei den Staatsmeisterschaften in Linz (freier Eintritt) mit Siegen und guten Zeiten ihre Startplätze für die Olympischen Spiele in Paris absichern.

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