Kroatien-Trainer Zlatko Dalic hat seinem Ärger nach dem bitteren 1:1 gegen Italien am Montag freien Lauf gelassen. Es nerve ihn, dass Kroatien nicht respektiert werde. Nur so könne er sich die ungewöhnlich lange Nachspielzeit erklären.
Das in die Jahre gekommene kroatische Team kämpfte in den letzten Tagen in Deutschland schon vor dem späten italienischen Ausgleich äußerst unglücklich. „Wir haben gegen Albanien in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert, und jetzt gegen Italien nochmals“, resümierte Teamchef Zlatko Dalic. „Bei diesem Turnier lief alles gegen uns. Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Es war einfach nicht unser Turnier.“
Kritische Worte fand Dalic dagegen für die Spielleitung. „Acht Minuten Nachspielzeit waren heute auf keinen Fall berechtigt. Es gab keine Spielunterbrechungen und auch nicht so viele Fouls. Mich nervt, dass Kroatien nicht respektiert und anerkannt wird. Die Partie dauerte viel zu lange.“
Achtelfinale kaum zu erreichen
Modric hatte die Kroaten in Leipzig in der 55. Minute – nur wenige Sekunden nachdem er einen Elfer gegen Goalie Gianluigi Donnarumma verschossen hatte – in Führung gebracht und sich mit 38 Jahren und 289 Tagen zum ältesten EM-Torschützen gekürt. ÖFB-Kicker Ivica Vastic, der 2008 gegen beim 1:1 gegen Polen 38 Jahre und 257 Tage am Buckel hatte, war damit abgelöst.
Doch dann kam die 98. Minute und der Ausgleich durch Mattia Zaccagni. „Fußball ist manchmal brutal“, sagte Modric in seiner ersten Enttäuschung. „Und heute war das Spiel brutal für uns. Aber es ist, wie es ist.“ Das Achtelfinale ist nur noch mit umfangreicher Schützenhilfe von mehreren Teams in Gruppe C (am Dienstag) und F (Mittwoch) möglich – die Wahrscheinlichkeit geht gegen null.
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