Der Landeshauptmann muss die S-Link-Finanzierung jetzt mit einem Roten verhandeln. Das läuft besser als erwartet. Landes-Vize Marlene Svazek ist dagegen die „Selbstkritischste überhaupt“.
Die „goldene Zeit“ ist für Stadt und Land seit kurzem vorbei. So bezeichnet Landeshauptmann Wilfried Haslauer die Ära, als er Landes-Chef und sein Freund und Trauzeuge Harald Preuner Bürgermeister der Landeshauptstadt war. Von 2017 bis 2024 dauerte diese Phase. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mit ihm besonders gut zusammenarbeiten konnte“, sagt Haslauer über seinen ÖVP-Freund.
Am Freitag hat er Preuner in der Residenz feierlich den Ring des Landes für dessen Verdienste verliehen. Nun muss Haslauer mit SPÖ-Bürgermeister Bernhard Auinger Vorlieb nehmen. Das ist aber offenbar weniger schlimm, als es klingt. Obwohl die beiden etwa beim Großprojekt S-Link völlig konträre Meinungen haben. Für Haslauer ist das „ein ganz wichtiges Projekt“, für Auinger viel zu teuer. Kürzlich verhandelten die beiden erstmals über die Finanzierung für das Großprojekt.
Sowohl Landeshauptmann als auch Auinger betonen, dass das Gespräch „sehr konstruktiv“ war. Haslauer geht noch einen Schritt weiter: „Wir werden, glaube ich, auf einen grünen Zweig kommen.“ Bis dahin wird aber noch viel Wasser die Salzach hinunterrinnen, und am 10. November sind die Stadt-Salzburger, Flachgauer und Tennengauer in der Bürgerbefragung am Wort.
Je nach Ergebnis wird es aufseiten der Befürworter und der Gegner nach der Befragung viel Raum für Selbstreflexion geben. Das dürfte aufseiten der Landesregierung heftig ausfallen. Denn bei der Bilanz zu einem Jahr Schwarz-Blau ließ Haslauer-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) aufhorchen: „Wir sind die Selbstkritischsten überhaupt“, sagte sie da. Das haben Schwarz und Blau bisher gut verborgen. Vielleicht fliegen ja im stillen Kämmerlein öfter die Fetzen, als man glauben würde. Denn beim Wohlfühltermin „Ein Jahr Schwarz-Blau“ war jedenfalls kein einziges selbstkritisches Wort zum eigenen Wirken zu hören.
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