So ein Jahrhundert läuft mittlerweile im Zeitraffer vorbei. Zumindest, wenn es um Jahrhunderthochwasser geht. In Österreich war die Situation entlang der Donau zwar schlimmer als erwartet, und doch kam man mit dem Blick auf Bayern mit einem blauen Auge davon. Dort stiegen die Wasserpegel so hoch, wie sie es eigentlich nur alle hundert Jahre tun sollten – es aber in den vergangenen Jahren immer öfter tun. Der Klimawandel hat den Begriff Jahrhunderthochwasser längst überholt.
Jedes einzelne Starkregen-Ereignis ist natürlich erst einmal: Wetter. Doch das Klima liefert eben die Rahmenbedingungen dafür. Im deutschsprachigen Raum haben die Extremniederschläge „im Mittel um gut sieben Prozent pro Grad Erwärmung zugenommen“, erklärte der renommierte Klima- und Meeresforscher Stefan Rahmstorf im „Spiegel“-Interview.
Je wärmer die Luft, umso mehr Wasser kann sie aufnehmen – und je wärmer die Meere, umso mehr Wasser verdunstet in die Luft. Und umso heftiger fallen die Niederschläge aus. „Machen wir uns keine Illusionen: An drei Grad Erhitzung werden wir uns kaum anpassen können. Denn drei Grad würden nicht doppelt so schlimm, sondern viel schlimmer“, so Rahmstorf. Der Kampf um jedes Zehntel-Grad lohnt sich also. Und sich dabei nur auf Technologien der Zukunft zu verlassen, wie es die ÖVP so gerne täte, ist da einfach nicht genug. Vor allem, wenn uns die Herausforderungen der Zukunft bereits im Zeitraffer überfluten.
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