Statt wie ursprünglich geplant bereits im kommenden Jahr wird das Haus am Kornmarktplatz nun erst ab 2026 für rund 9,6 Millionen Euro saniert.
Das Vorarlberger Landestheater in Bregenz zählt zu den wichtigsten Kultureinrichtungen in Vorarlberg, allerdings besteht seit Jahren akuter Sanierungsbedarf. Aus diesem Grund hat die Landesregierung bereits 2022 eine umfassende Grunderneuerung beschlossen. Eigentlich hätte dieses Vorhaben bereits in der Spielzeit 2025/26 über die Bühne gehen sollen, dieser Zeitplan ist allerdings über den Haufen geworfen worden. Wie die zuständigen ÖVP-Landesräte Barbara Schöbi-Fink (Kultur) und Marco Tittler (Hochbau) am Mittwoch in einer gemeinsamen Aussendung bekannt gaben, wird die Generalsanierung erst in der Spielzeit 2026/27 in Angriff genommen werden. Das Vorarlberger Landestheater wird in dieser Zeit zwangsläufig auf andere Spielstätten in der Region ausweichen müssen.
Unter anderem werden die Bühnen- und die Veranstaltungstechnik auf neuesten Stand gebracht, damit einher gehen zudem architektonisch-bauliche Maßnahmen. Umgesetzt werden diese von der „Marte.Marte Architekten ZT GmbH“.
Diese Sanierung stellt sicher, dass das Vorarlberger Landestheater auch in Zukunft als bedeutender kultureller Treffpunkt erhalten bleibt.
Barbara Schöbi-Fink, Kulturlandesrätin (ÖVP
Land und Stadt waren sich nicht einig über Kosten
Dass sich die Umsetzung des mit rund 9,6 Millionen Euro veranschlagten Projekts verzögert hat, liegt nicht zuletzt daran, dass sich das Land und die Stadt Bregenz, die Eigentümerin des Gebäudes ist, lange nicht über die Aufteilung der Kosten einigen konnten. Das ist mittlerweile geschehen: Das Land wird mit 55 Prozent den Großteil des Investitionsvolumens tragen, den Rest übernehmen die Stadt Bregenz (20 Prozent) und die Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft mbH (KUGES), die das Haus angemietet hat und als Betreiber fungiert.
Die Generalsanierung ist nicht nur eine Investition in die kulturelle Infrastruktur, sondern auch ein Beitrag zur Erhaltung unseres architektonischen Erbes.
Marco Tittler (ÖVP), Landesrat für Hochbau
Die bisher letzten Baumaßnahmen am Theatergebäude wurden zwischen 1993 und 1995 vorgenommen, eine Grunderneuerung ist daher zwingend notwendig. Das Projekt ist durchaus herausfordernd, zumal das Gebäude ursprünglich als Kornspeicher und nicht als klassisches Theater konzipiert worden war. Erst in den Jahren von 1951 bis 1955 wurde es nach Plänen der Architekten Willibald und Wilhelm Braun zu einem Theaterhaus umgebaut. Zudem steht das Bauwerk teilweise unter Denkmalschutz – unter der Vielzahl an künstlerischen Elementen sind besonders die Wandmalereien der Maler Hubert Berchtold und Fritz Krcal hervorzuheben.
Mit etwa 60 fest angestellten Mitarbeitenden sowie Gästen und künstlerischen Teams bietet das Theater von September bis Juni einen fixen Spielbetrieb mit bis zu 14 Premieren.
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