Die Welt ist aus den Fugen. Die Rückkehr des Faustrechts bringt Tod und Zerstörung. Gibt es in dieser Welt noch Lichtblicke? Ja, es gibt sie. Sie sind allerdings in den Rauchwolken der Bomben und Granaten kaum sichtbar.
Ein Lichtblick ist, wenn in Russland und der Ukraine die Polizei auf den Straßen junge Wehrpflichtige einfangen muss; wenn sogar Gefängnisse geräumt werden, um die Reihen aufzufüllen; wenn der ukrainische Präsident Selenskyj die wehrpflichtigen Landsleute im Ausland ultimativ zur Rückkehr aufrufen muss; wenn Familien in Russland im Alltagsgespräch nichts mehr fürchten, als dass nach der Präsidentschaftswahl noch eine Mobilisierung kommt. Die erste hatte eine Massenflucht ausgelöst.
„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ hatten einst die „68er“ unter dem Eindruck des Vietnamkrieges plakatiert. Diese pazifistische Einstellung ist zwar als Dogma ungeeignet, hat aber einen gewissen Charme.
Das Fehlen von Hurra-Patriotismus – so er nicht inszeniert ist – in Russland und der Ukraine kann als untrügliches Zeichen dafür gewertet werden, wie fern den einfachen Menschen die Machtspiele von „denen da oben“ sind. In Russland werden sie mit Geldversprechen in den Krieg gelockt, in der Ukraine zur Landesverteidigung aufgerufen.
Es ist ein Hoffnungsschimmer, wenn Politikern und Generalstäblern die Soldaten ausgehen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.